Berlusconis Verteidigungsrede "Das ist eine morbide, lügenhafte Schmutzkampagne"

Scheidungskrieg, zwielichtige Partys und die leidigen Fotos: Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi wehrt sich in einem Interview gegen Berichte über sein ausschweifendes Privatleben. Seine Erklärung: Die Enthüllungen seien "eine morbide, lügenhafte Schmutzkampagne der Auslandspresse".


Rom - Der italienische Premier Silvio Berlusconi wird die Skandalgeschichten um heiße Nächte mit blutjungen Show-Girls und wilde Feste in seinen Villen nicht los. "Das ist eine morbide, lügenhafte Schmutzkampagne der Auslandspresse gegen meine Person", wehrte sich der 72-Jährige nun in einem Interview mit der ihm gehörenden Tageszeitung "Il Giornale" gegen die britische Tageszeitung "Sunday Times".

Italiens Premier Berlusconi: Keine "peinlichen" Fotos
DPA

Italiens Premier Berlusconi: Keine "peinlichen" Fotos

Das Blatt hatte angekündigt, pünktlich zum Beginn des G-8-Gipfels in L'Aquila, weitere der etwa 5000 Fotos des sardischen Paparazzi Antonello Zapaddu zu veröffentlichen, deren Verbreitung der Medienzar Ende Mai per Anwalt zumindest in Italien erfolgreich unterbunden hat.

Was mögliche Auswirkungen auf den G-8-Gipfel anginge, sei er unbesorgt, so Berlusconi am Montag. Es gebe keine "peinlichen" Fotos. "Dieser Müll und diese Verleumdungen tangieren mich nicht."

Italienischen Medienberichten vom Montag zufolge soll die angekündigte Veröffentlichung unter anderem von einem Foto, auf dem ein breit grinsender Berlusconi mit zwei, sich vor ihm küssenden, jungen Damen in seinem sardischen Anwesen Villa Certosa zu sehen sei, im Regierungssitz Palazzo Chigi dennoch "Nervosität" ausgelöst haben.

Das britische Blatt habe angekündigt, die heißen Schnappschüsse noch vor Beginn des G-8-Gipfels am Mittwoch veröffentlichen zu wollen, um die "größtmögliche Wirkung" zu erzielen, hieß es.

Der italienische Ministerpräsident kämpft seit Monaten mit unangenehmen Schlagzeilen, seitdem sich seine Noch-Ehefrau Veronica Lario, 52, Anfang Mai mit ihrem Scheidungsanliegen an die Medien wandte und den Rosenkrieg im Hause Berlusconi öffentlich machte. Zuletzt war er in eine Ermittlung der Staatsanwaltschaft von Bari gegen einen süditalienischen Unternehmer verwickelt worden, der Edel-Prostituierte für Feste in den Villen des Regierungschefs organisiert haben soll.

ffr/dpa



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