Beschuss einer Uno-Schule USA kritisieren Israel außergewöhnlich scharf

Das Weiße Haus verstärkt die Kritik an Israel: "Absolut inakzeptabel" sei der Angriff auf eine Uno-Schule im Gaza-Streifen. Gleichzeitig sicherten die USA Munitionsnachschub zu.
Beschuss von Gaza: Angriff auf Uno-Einrichtung "absolut inakzeptabel"

Beschuss von Gaza: Angriff auf Uno-Einrichtung "absolut inakzeptabel"

Foto: AHMED ZAKOT/ REUTERS

Washington - Die USA haben Israel in außergewöhnlich scharfer Form ein rücksichtsloses militärisches Vorgehen im Gazastreifen vorgeworfen. "Der Granatangriff auf eine Uno-Einrichtung, in der unschuldige Zivilisten Schutz vor der Gewalt gesucht haben, ist absolut inakzeptabel und nicht zu rechtfertigen", sagte ein Regierungssprecher.

Israel hebe häufig hervor, dass es großen Wert darauf lege, Zivilisten zu verschonen. Die Vereinigten Staaten befanden, dass Regierung und Militär dafür nicht genug täten.

Bei dem Beschuss einer Uno-geführten Schule durch israelische Streitkräfte waren nach palästinensischen Angaben 15 Menschen getötet worden. Das israelische Militär gab an, aus der unmittelbaren Nachbarschaft der Schule beschossen worden zu sein und das Feuer erwidert zu haben.

"Wir glauben, dass die israelische Regierung und das israelische Militär mehr tun müssen, um ihren eigenen Standards gerecht zu werden, die sie zum Schutz unschuldiger Zivilisten gesetzt haben", sagte Earnest weiter. Vor einigen Tagen hatte US-Außenminister John Kerryseine Bemühungen um die Vermittlung einer Feuerpause abgebrochen. Dennoch sicherten die USA Israel zu, die Munitionsvorräte aufzustocken. Die USA sind der wichtigste Verbündete Israels.

Hamas-Tunnel sollen "mit oder ohne Waffenruhe" zerstört werden

Ungeachtet der immer schärferen internationalen Kritik will Israel im Gazastreifen seine "Arbeit zu Ende bringen". Regierungschef Benjamin Netanjahu kündigte an, die Armee werde "mit oder ohne Waffenruhe" die Tunnel der palästinensischen Hamas-Bewegung vollständig zerstören. Uno-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay warf Israel angesichts der vielen zivilen Opfer die "vorsätzliche Missachtung" völkerrechtlicher Verpflichtungen vor.

Die israelischen Streitkräfte verkündeten, sie würden weitere 16.000 Reservisten mobilisieren. Damit stieg die Zahl der Reservisten, die seit Beginn der Gaza-Offensive am 8. Juli eingezogen wurden, auf 86.000. Laut einer Armeesprecherin sollen mit den neuen Kräften die bisher eingesetzten Bodentruppen entlastet werden.

Per Kaiserschnitt gerettetes Baby gestorben

Das per Kaiserschnitt gerettete Baby einer getöteten Palästinenserin ist wenige Tage nach seiner Geburt gestorben. Der behandelnde Arzt teilte mit, dass die kleine Schaima erstickt sei. Dies hänge auch mit den Stromausfällen auf der Intensivstation der Klinik zusammen. Die Sauerstoffgeräte hätten nicht richtig funktioniert, mehrmals habe das Baby per Hand wiederbelebt werden müssen.

Das Baby war am Freitag auf die Welt geholt worden, nachdem seine Mutter bereits eine Stunde lang tot war. Bereits im Mutterleib litt es allerdings unter Sauerstoffmangel, nachdem das Herz der Mutter zu schlagen aufgehört hatte. Deshalb wurde die Kleine später in die Nasser-Klinik in Chan Junis verlegt und an Atemgeräte angeschlossen.

Die Mutter des Kindes, die 23-jährige Schaima al-Scheich Kanan, war bei einem Angriff auf ihr Haus gestorben. Ihre gerettete Tochter war nach ihr benannt worden.

isa/Reuters/AFP
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