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14. September 2012, 13:12 Uhr

Benedikt im Libanon

Papst fordert Waffenembargo gegen Syrien

Es ist eine äußerst heikle Mission: Papst Benedikt XVI. ist im Libanon angekommen. Das Kirchenoberhaupt plädiert für einen Stopp der Waffenexporte nach Syrien. Den Arabischen Frühling nennt er einen positiven "Schrei nach Freiheit".

Beirut - Papst Benedikt XVI. hat seine dreitägige Libanon-Reise begonnen. Die Maschine des Kirchenoberhaupts landete am Mittag auf dem Rafik-Hariri-Flughafen in Beirut. Der Besuch wird von den schweren Ausschreitungen in mehreren arabischen Ländern überschattet.

Zum Start seiner Visite äußerte sich Benedikt zu dem blutigen Dauerkonflikt im Nachbarland Syrien. Die Waffenlieferungen in den umkämpften Staat müssten sofort gestoppt werden, so der Papst. Diese seien eine "schwere Sünde".

Die Umwälzungen des Arabischen Frühlings nannte er einen positiven "Schrei nach Freiheit". Bei allem Willen zum Umsturz müsse jedoch stets die Toleranz gewahrt werden.

Benedikt kommt offiziell als Kirchenoberhaupt, nicht als Politiker in das Land. Anlass ist das Schlussdokument der Nahost-Bischofssynode von vor zwei Jahren. Der Papst unterschreibt und übergibt das Papier, das Wege aus der schwierigen Lage zahlreicher Christen in der Region sucht.

In der Hauptstadt Beirut wurden viele Straßen mit Bildern des Papstes und den Flaggen des Libanons und des Vatikans geschmückt. Höhepunkt der Reise ist eine Messe am Sonntag.

Gleichzeitig kommt der Besuch Benedikts zu einem politisch höchst heiklen Zeitpunkt. Im Nachbarland Syrien tobt ein brutaler Krieg, in dem inzwischen auch Dschihadisten mitmischen. Zudem scheinen islamistische Parteien in der ganzen Region auf dem Vormarsch. Seit drei Tagen attackieren Demonstranten US-Botschaften in Libyen, dem Jemen und Ägypten.

Entsprechend stark sind die Sicherheitsvorkehrungen: Mehr als 5000 Soldaten und Polizisten sind abgestellt, um das Kirchenoberhaupt zu schützen.

jok/Reuters/AP

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