Natans Iran öffnet erstmals Atomanlage für ausländischen Staatschef

Die Regierung in Teheran hat offenbar zum ersten Mal einen ausländischen Staatschef in ihre wichtigste Atomanlage geführt. Der mongolische Präsident besichtigte laut einem Agenturbericht das Gelände in Natans - und zeigte sich schwer beeindruckt.

REUTERS

Teheran - Ist es nur ein PR-Gag? Ein weiterer Winkelzug im Ringen um Irans umstrittenes Atomprogramm? Oder tatsächlich ein Signal der Öffnung aus Teheran? In einem bemerkenswerten Schritt hat das Regime offenbar erstmals ein ausländisches Staatsoberhaupt in seine bedeutendste Uran-Aufbereitungsanlage gelassen.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP besuchte der mongolische Präsident Tsakhia Elbegdorj die Anlage in Natans.

Im iranischen Staatsfernsehen wurden Bilder von Elbegdorj gezeigt, wie er Zentrifugen begutachtet. In der Vergangenheit waren schon mehrfach internationale Inspektoren und Diplomaten auf dem Areal gewesen - noch nie jedoch derart hoher Besuch.

In den TV-Aufnahmen wird Elbegdorj mit den Worten zitiert, es handele sich um "einen einmaligen Ort". Getreu der iranischen Linie habe Elbegdorj in Natans gelernt, wie "Uran für die friedliche Energiegewinnung verwendet wird". Der Politiker habe sich in der Anlage frei bewegen können, behauptet der TV-Sender.

Das Ausland, vor allem Israel und die USA, fürchten seit langem, dass Iran die Kernenergie auch für militärische Zwecke nutzen könnte. Teheran bestreitet dies vehement.

Teheran meldet Fortschritte beim Raketenschild

Am Montag teilte Iran zudem mit, dass es rund 30 Prozent eines neuen Raketenabwehrsystems fertiggestellt habe. Im nächsten Jahr soll der Bau komplett sein, teilte Top-Militär Farzad Esmaili mit. Das Land will in den kommenden zwei Monaten zudem bei einem ausgedehnten Manöver sein bestehendes Luftabwehrarsenal testen. "Wir werden alles verwenden, was wir haben, um Iran zu schützen", so Esmaili laut der Nachrichtenagentur Reuters.

Doch auch die Gegenseite rasselt mit den Säbeln. Die US-Regierung will einem Pressebericht zufolge den Druck auf Teheran weiter erhöhen. Die US-Marine wolle mit 25 anderen Ländern im Persischen Golf ein Minenräummanöver abhalten, berichtete die "New York Times" am Montag unter Berufung auf Militärkreise.

Das im September geplante Manöver sei von beispielloser Größe, schrieb die "New York Times". Mit der Übung solle Iran verdeutlicht werden, dass jeder Versuch einer Blockade der strategisch wichtigen Seestraße von Hormus auf entschiedenen Widerstand träfe. Zudem solle demnächst ein neues Radarsystem in Katar fertiggestellt werden, das mit Anlagen in Israel und der Türkei eine regionale Raketenabwehr bilden solle.

Demnächst neue Angriffe mit Computerviren?

Darüber hinaus würden die Geheimdienste der USA und Israels einen weiteren Cyber-Angriff auf iranische Atomanlagen erwägen, berichtete die "New York Times". Im Jahr 2010 war der Computervirus Stuxnet in die Urananreicherungsanlagen gelangt und hatte dort zur Fehlfunktion der Zentrifugen geführt. Aufgrund eines Programmierfehlers war der Virus auch in andere Systeme gelangt, woraufhin Iran eine Reihe von Abwehrmaßnahmen gegen weitere Cyber-Angriffe traf.

Frankreich warnte derweil Israel vor einem Angriff auf Irans Atomanlagen. Er sei absolut dagegen, dass Iran Kernwaffen baue, sagte Außenminister Laurent Fabius am Montag in einem Interview der Sender BFM-TV und RMC. Ein Angriff würde aber vor allem auf Israel zurückfallen und den Iran in eine Opferrolle bringen. Frankreich sei deswegen weiter für schärfere Sanktionen gegen das Regime in Teheran. Zugleich müssten die Atomgespräche vorangetrieben werden, betonte Fabius.

jok/AP/dpa/Reuters



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ziegenzuechter 03.09.2012
1. bemerkenswerter schritt
Zitat von sysopREUTERSDie Regierung in Teheran hat offenbar zum ersten Mal einen ausländischen Staatschef in ihre wichtigste Atomanlage geführt. Der mongolische Präsident besichtigte laut einem Agenturbericht das Gelände in Natans - und zeigte sich schwer beeindruckt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,853671,00.html
ein bemerkenswerter schritt und eine tolle geste fuer den frieden. kein land waere so bescheuert, auslaendische geste in eine atomanlage zu fuehren, wenn dort tatsaechlich atomwaffen hergestellt wuerden. durch diesen weiteren schritt der oeffnung und der vetrauensbildung, duerfte es fuer die gegner des irans unmoeglich werden, jetzt noch einen krieg zu rechtfertigen. der iran hat sich wiedereinmal in einer der hitzigsten regionen der erde, als stimme der deeskalation und der verstaendigung behauptet! respekt.
Dr.pol.Emik 03.09.2012
2. Propaganda der USA funktioniert besser …
Wobei es an sich völlig dahingestellt sein könnte, wie sehr sich der Iran in die karten sehen lassen will oder nicht. Auch die USA lässt bestimmte Dinge nicht von irgendwem inspizieren. Dem Iran sollen solche Rechte nicht zugestanden werden? Seltsam. Dann noch dass Manöver mit 25 anderen Ländern vor der Haustüre des Iran. Das soll keine Provokation sein. Würden die Blockfreien oder China beispielsweise so ein Manöver für der US-Küste abhalten, dann möchte ich mal die US Kommentare dazu hören. Das ewige zweierlei Maß geht einem förmlich auf die Ketten. Und auch was die Straße von Hormus anbelangt. Die Iraner werden nicht so dumm sein diese ganz zu sperren, aber sie können die Hälfte davon zumachen, jene Hälfte die ihre Hoheitsgewässer sind. das ist auch noch rechtens, denn der Iran gehört ebenso wenig zu den Unterzeichnern eines internationalen Abkommens dazu, wie die USA selbst. Straße von Hormus wird vierspurig (http://qpress.de/2012/01/28/strase-von-hormus-wird-vierspurig/) … (etwas sarkastisch, aber auch das Seerechtsabkommen dazu ist dort verlinkt, für jene die es interessiert) dann muss man die Fahrbahnen wohl aufteilen. Nur bringt es nichts der einseitigen Bangemacherei der USA zu folgen. Auch die halbseitige und rechtlich einwandfreie Sperrung der Straße von Hormus dürfte wohl als Vorwand reichen. Recht ist offenbar nur was die Weltpolizei unter Berücksichtigung eigener Interessen als Recht erkennt. Mit derlei Verhalten sind natürich Eskalationen vorprogrammiert und offenbar auch gewollt.
n01 03.09.2012
3. Ist aber fraglich, ob er`s verstanden hat.
Zitat von sysopREUTERSDie Regierung in Teheran hat offenbar zum ersten Mal einen ausländischen Staatschef in ihre wichtigste Atomanlage geführt. Der mongolische Präsident besichtigte laut einem Agenturbericht das Gelände in Natans - und zeigte sich schwer beeindruckt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,853671,00.html
Ob der Mongolische Staatschef vorher eine Schnellkurs in Atomwissenschaften gemacht hat? Ich denke, er hat wohl kaum verstanden, was er dort gesehen hat. Ob das nun Zentrifugen oder halbfertige Atomsprengköpfe waren, sieht doch eh alles gleich aus für einen Laien.
Sgt.Moses 03.09.2012
4. @ziegenzüchter
Na ja, mal ehrlich, würde ich atomwaffen basteln könnten sich sämtliche staatschefs der welt bei mir umsehen. Ich glaube nicht, dass einer von denen die kompetenz hätte einen atombombenbauplan zu erkennen wenn nicht ausdrücklich nuclear weapon darauf stünde. Kontrolleure der IAEA ok, das wäre vielleicht ein anfang! Aber so? Ich sage damit übrigens auch nicht, dass theran an der bombe bastelt, ich sage nur, das beweist gar nichts!!!
Izmi 03.09.2012
5. Phobien
Zitat von sysopREUTERSDie Regierung in Teheran hat offenbar zum ersten Mal einen ausländischen Staatschef in ihre wichtigste Atomanlage geführt. Der mongolische Präsident besichtigte laut einem Agenturbericht das Gelände in Natans - und zeigte sich schwer beeindruckt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,853671,00.html
Es mag ja sein, dass Israel und die USA zu recht Angst vor einer persischen Atombombe haben - wenn ich den obigen Artikel allerdings mit iranischen Augen lesen würde, hätte ich bestimmt genausoviel Angst vor den genannten Alliierten. Die Einkreisung mit Raketenabwehrwaffen, die Durchführung eines überaus starken Flottenverbandes vor der Haustür, die ständigen Drohungen mit einem Angriff - und nun stelle man sich vor, die Iraner bauen garkeine Bombe...
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