Rechte Angriffe auf LGBT Festnahmen nach Regenbogenparade in Polen

Rechtsextreme Randalierer warfen im katholisch geprägten Bialystok mit Böllern und Steinen nach Demonstranten eines LGBT-Marschs. Der PiS-Innenminister Witek kritisiert die Ausschreitungen scharf.

Demonstration für Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen in Bialystok
ARTUR RESZKO/EPA-EFE/REX

Demonstration für Rechte von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen in Bialystok


Nach Ausschreitungen bei einer Regenbogenparade in der ostpolnischen Stadt Bialystok sind 25 Menschen vorübergehend festgenommen worden. Hooligans und extrem rechte Aktivisten hätten die Teilnehmer eines Marsches für Gleichberechtigung von Schwulen, Lesben, Bi- und Transsexuellen (LGBT) attackiert und versucht, den Umzug zu blockieren, berichtete die Agentur PAP unter Berufung auf das Warschauer Innenministerium.

Demnach hatten Randalierer die Teilnehmer des Marsches am Samstag unter anderem mit Steinen, Eiern und Böllern beworfen. Auch Polizisten, die den Marsch sicherten, seien attackiert worden. Zur Auflösung der Ausschreitungen setzten die Beamten unter anderem Pfefferspray ein, wie es unter Berufung auf die Polizei hieß.

PiS-Innenminister verurteilt Ausschreitungen

Die den Angaben nach erste Regenbogenparade in dem katholisch geprägten 300.000-Einwohner-Ort hatte für Kontroversen gesorgt. Vor allem in ländlichen und konservativ geprägten Regionen im Osten Polens werden LGBT-Bewegungen und Forderungen nach Gleichberechtigung als Gefahr für die traditionelle Familie gesehen.

Die nationalkonservative Regierung der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) lehnt die Gleichberechtigung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften ab und sieht die traditionelle Familie durch diese Forderung bedroht. Die Ausschreitungen in Bialystok verurteilte Innenministerin Elzbieta Witek allerdings scharf. Die Polizei werde bei solchem Verhalten immer entschieden eingreifen, schrieb sie bei Twitter.

tin/dpa

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