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Syrien in Trümmern: Blut, Tränen, Terror

Foto: Javier Manzano/ AFP

Bürgerkrieg Töten und Sterben in Syrien

Tod, Elend, Angst, Verzweiflung, Vernichtung. Die Bilder in diesem Text zeigen, wie Leben genommen, wie Städte und eine ganze Gesellschaft zerstört werden. Es sind ungeschönte und schwer zu ertragende Dokumente vom Bürgerkrieg in Syrien, die die Kriegsparteien anklagen - und die Ohnmacht der Weltmächte.

Berlin - Ein Land wird zerstört. Mit Kalaschnikows, Bomben und Sprengfallen, mit Panzern, Kampfjets und Clusterbomben kämpfen Syrer gegen Syrer. Der Krieg zwischen den Gegnern von Baschar al-Assad und seinen Anhängern ist zu einem alles zermürbenden Stellungskrieg geworden. Um jeden Meter wird geschossen, gerungen, gebombt. Zwischen den Fronten zermahlen werden die Zivilisten.

Bisher konnte das Ausmaß der Verwüstungen nur schwer dokumentiert werden. Syrische Aktivisten stellten ihre Videos auf YouTube. Doch unabhängigen Berichterstattern war der Zugang verwehrt, als 2011 die ersten Kämpfe in Homs tobten und ganze Dörfer zerstört wurden. Seit die Rebellen jedoch mehrere Grenzübergänge zwischen Syrien und der Türkei kontrollieren, sind Hunderte von Journalisten in den Norden des Landes eingereist.

Die Bilder aus den Nordprovinzen Idlib und Aleppo sind verstörend: zerbombte Straßen, blutüberströmte Zivilisten, die leblosen Körper getöteter Kämpfer - Rebellen wie Assad-Anhänger. SPIEGEL ONLINE hat entschieden, die grausamsten Bilder nicht zu zeigen. Dennoch sind viele davon nur schwer zu ertragen. Es sind Dokumente, die das Elend, die Verzweiflung und den Tod zeigen.

Mit Ausnahme eines Bildes wurden alle Aufnahmen im Oktober und November 2012 gemacht. In den vergangenen Monaten hat die Gewalt in Syrien noch weiter zugenommen. Verbittert kämpfen beide Seiten. Es gibt kein Pardon mehr, dafür ist zu viel Blut geflossen. Zu viele Syrer haben Angehörige und Freunde verloren. Kämpfer der Opposition und des Regimes wissen: Fallen sie in die Hände ihres Feindes, gibt es im Zweifelsfall keine Gnade. Wer getötet hat, wird getötet.

Mehrmals täglich lässt das Regime seit diesem Sommer Bombenangriffe auf die eigene Bevölkerung fliegen. Immer gewaltigere Sprengmassen kommen dabei zum Einsatz. Auch Streumunition wird offenbar abgeworfen. Die Rebellen haben begonnen, selbst zu den verhassten Methoden des Regimes zu greifen. 41 Jahre lang haben die Anhänger des syrischen Regimes ihre Gegner gefoltert, hingerichtet oder für immer im Kerker verschwinden lassen. Nun machen es manche Rebellen genauso mit ihren Gegnern. Je länger die Gewalt andauert, desto radikaler wird auch die Opposition.

ras