Lewinsky-Anspielung in Gemälde Bill Clinton hat 'nen Schatten

Ein riesiges Gemälde zeigt Bill Clinton in lässiger Pose und mit zwei Schatten. Einer gehört allerdings nicht zum früheren US-Präsidenten und nicht zu seiner Frau. Sondern zu - Sie wissen schon.

Ex-Präsident Clinton vor seinem Porträt: Verräterischer Schatten
AP

Ex-Präsident Clinton vor seinem Porträt: Verräterischer Schatten


Washington - Der Skandal liegt zwei Jahrzehnte zurück, doch er verfolgt Bill Clinton bis heute: Der Maler eines Porträts des früheren US-Präsidenten hat nun eingeräumt, in das Gemälde einen deutlichen Hinweis auf Clintons Affäre mit der damaligen Praktikantin Monica Lewinsky eingebaut zu haben.

Ein Schatten auf dem Bild gehöre nicht zu Clinton - sondern zu Lewinsky, sagte Nelson Shanks der US-Zeitung "Philadelphia Daily News". Er habe den Schatten einer Gliederpuppe in blauem Kleid gemalt, wenn Clinton während der Arbeit an dem Porträt nicht anwesend war. Das Bild zeigt Clinton stehend vor einem Kamin. Shanks fertigte das Gemälde für die National Porträt Gallery in Washington an.

"Er ist der vielleicht bekannteste Lügner aller Zeiten", sagte der 77-jährige Künstler über Clinton. "Er und seine Regierung haben einige gute Dinge getan, klar, aber ich konnte diese Monica-Sache nicht völlig ausblenden, und sie ist subtil ins Gemälde eingeflossen." Das Bild sei "eine Art Metapher für den Schatten, der auf Clintons Amtszeit oder auf ihn fällt".

Lewinsky hatte als Praktikantin im Weißen Haus ab 1995 eine Affäre mit Clinton, der von 1993 bis 2001 US-Präsident war. Clinton bestritt die Affäre zunächst vehement, bevor er sie schließlich zugab und als Fehler bezeichnete. Der Skandal brachte Clinton politisch in Bedrängnis, der Demokrat überstand aber ein Amtsenthebungsverfahren. Lewinskys blaues Kleid, auf dem sich Clintons Spermaspuren befunden haben sollen, war eines der wichtigsten Beweismittel in dem Verfahren.

Lewinsky hatte im vergangenen Jahr in einem Artikel geschrieben, sie fühle sich von Clinton benutzt. Sie sei als "Sündenbock" missbraucht worden, um seine Machtposition zu schützen. Im Oktober hatte sie sich zur ersten Person erklärt, deren Ruf über das Internet zerstört wurde: "Ich habe mich in meinen Boss verliebt, wie es 22-Jährige tun. Das passiert. Aber mein Chef war der Präsident der Vereinigten Staaten", sagte Lewinsky: "Über Nacht wurde ich von einer nicht öffentlichen Person zu einer geächteten Figur."

Bill Clinton könnte als Ehemann der künftigen US-Präsidentin im kommendes Jahr erneut ins Weiße Haus einziehen: Seine Frau, Ex-Außenministerin Hillary Clinton, will höchstwahrscheinlich für die Präsidentschaftswahl 2016 für die US-Demokraten kandidieren.

mxw/AFP



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