Bin Ladens Kronprinz Tod im Bombenhagel

Schwerer Schlag für al-Qaida: Bei einem US-Luftangriff ist die Nummer zwei des Terrornetzwerks, Mohammed Atef, ums Leben gekommen. Sieben weitere Terroristen wurden ebenfalls getötet.


"Vernichtender Schlag gegen al-Qaida": Mohammed Atef soll tot sein
AP

"Vernichtender Schlag gegen al-Qaida": Mohammed Atef soll tot sein

Kabul - Einer der gefährlichsten Terroristenführer der Welt ist tot. Vertreter der Taliban-Miliz haben am Samstag bestätigt, dass Mohammed Atef bei einem amerikanischen Luftangriff ums Leben kam. Atef galt als Stellvertreter des mutmaßlichen Terroristenführers Osama bin Laden. Wie die Nachrichtenagentur AP außerdem von dem Taliban-Mitglied Mullah Nadschibullah in der südafghanischen Stadt Spinboldak erfuhr, starben zusammen mit Atef sieben weitere Mitglieder des Terrornetzwerks El Kaida bei dem US-Angriff. Bin Laden sei aber nach wie vor am Leben, sagte Nadschibullah. Es ist das erste Mal, dass ein ranghoher Taliban-Vertreter die Meldungen über den Tod Atefs bestätigt.

Ein amerikanischer Regierungsbeamter sprach am Freitag von einem "vernichtenden Schlag gegen al-Qaida". Und weiter: "Dieser Kerl war Bin Ladens Militärspezialist," sagte der Gewährsmann. "Viele sahen ihn als Nachfolger Bin Ladens, sollte dieser umkommen."

Atef spielte im al-Qaida-Netzwerk eine wichtige Rolle. Der Ägypter soll an der Planung der Anschläge auf New York und Washington am 11. September beteiligt gewesen sein und steht auf der US-Liste der 22 meistgesuchten Terroristen. Sein Kopfgeld beträgt fünf Millionen Dollar. Der 58-Jährige wurde auch mit den Anschlägen auf US-Botschaften in Afrika 1998 in Verbindung gebracht. Seine Tochter ist mit einem der Söhne Bin Ladens verheiratet.

Atef, so wird vermutet, hat das Training von zahlreichen al-Qaida-Operationen beaufsichtigt. Zudem soll er 1993 somalische Stämme militärisch ausgebildet haben, die gegen die Uno-Intervention bei den Unruhen in dem Land opponierten. Im Oktober 1993 hatten somalische Stammeskrieger 18 US-Soldaten getötet.

Mohammed Atef (r.) mit Osama Bin Laden
REUTERS

Mohammed Atef (r.) mit Osama Bin Laden

Das Verteidigungsministerium teilte unterdessen mit, dass amerikanische Spezialeinheiten in Afghanistan in Kampfhandlungen verwickelt seien. Eigene Verluste seien dabei aber nicht zu beklagen, hieß es. US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld bestätigte die Gefangennahme ranghoher Taliban- und al-Qaida-Führer. Die genaue Zahl der Spezialeinheiten wollte der Minister jedoch nicht nennen.



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