Verschwörung zum Mord Bin Ladens Schwiegersohn muss vor US-Gericht

Osama Bin Ladens Schwiegersohn wird in den USA wegen Verschwörung zum Mord angeklagt, Suleiman Abu Gheith soll die 9/11-Anschläge mitgeplant haben. Der frühere Qaida-Sprecher wurde offenbar von der CIA in Jordanien gefasst. "Amerikas Feinde bekommen, was sie verdienen", sagte Justizminister Holder.

Suleiman Abu Gheith in einem Propagandavideo (Archivbild): In Jordanien gefasst
AFP/ MBC

Suleiman Abu Gheith in einem Propagandavideo (Archivbild): In Jordanien gefasst


New York - Osama Bin Ladens Schwiegersohn, Suleiman Abu Gheith, soll am Freitagmorgen (Ortszeit) vor einem US-Gericht wegen Beihilfe zum Mord an US-Bürgern angeklagt werden. "Amerikas Feinde bekommen, was sie verdienen. Egal wie weit sie weg sind, egal wie lange es dauert", sagte US-Justizminister Eric Holder nach der Festnahme Abu Gheiths durch die CIA in Jordanien. Die Erklärung des US-Justizministeriums ist die erste offizielle Bestätigung, dass sich Bin Ladens Schwiegersohn in den Händen der USA befindet.

Die US-Behörden verdächtigen den Mann, eine aktive Rolle bei der Vorbereitung des Angriffs auf das World Trade Center gespielt zu haben. Er war für einige Zeit als Sprecher der Terrororganisation al-Qaida aufgetreten.

Er war auf einen Hinweis aus den USA hin in einem Hotel in Ankara festgenommen worden. Berichten zufolge war er mit einem gefälschten Pass aus Iran, wo er einige Jahre in einem Lager gelebt haben soll, zuvor in die Türkei eingereist. Unmittelbar vor einem Besuch des US-Außenministers John Kerry am vergangenen Freitag soll die türkische Regierung Abu Gheith über Jordanien mit Ziel Kuwait abgeschoben haben.

Der Mann war 2001 von Kuwait ausgebürgert worden, weil er die Anschläge vom 11. September 2001 gelobt und weitere Attentate angekündigt hatte. Die türkische Zeitung "Hürriyet" meldete, die Türkei habe trotzdem beschlossen, den Staatenlosen nach Kuwait zu bringen, nachdem er von einem türkischen Gericht auf freien Fuß gesetzt wurde.

Nach Informationen der Zeitung brachten türkische Agenten Abu Gheith nach Jordanien, von wo aus er nach Kuwait weiterreisen sollte. In Jordanien habe dann aber die CIA zugeschlagen.

Staatsanwalt Preet Bharara vom Bundesgericht in New York erklärte, Abu Gheith habe bei Bin Ladens "Kampagne des Terrors" mitgewirkt. Nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 auf das World Trade Center in New York und das Pentagon in Washington trat er der Anklageschrift zufolge in mehreren Videobotschaften an der Seite von Bin Laden und dem heutigen Qaida-Chef Aiman al-Sawahiri auf und rief zu Angriffen gegen die USA auf.

Nach dem Einmarsch von US-Truppen in Afghanistan habe sich Abu Gheith 2002 nach Iran abgesetzt. Einzelheiten über seinen Aufenthaltsort und seine Tätigkeiten in den darauffolgenden Jahren waren nicht bekannt. Sein Schwiegervater Osama Bin Laden war nach jahrelanger Flucht im Mai 2011 von US-Elitesoldaten in seinem Versteck in Pakistan getötet worden.

ade/Reuters/dpa/AFP



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thanks-top-info 08.03.2013
1.
man hat gleich nach dem Flugzeugattentaten einen Grossteil der Bin Laden Familie aus den USA ausgeflogen. Ist daran etwas wahr, und wer waren diese Personen?
wuffulus 08.03.2013
2. Die USA auf dem Weg zum Rechtsstaat?
Erfreulich, dass die USA sich diesmal nicht dafür entschieden zu haben, den Verdächtigen einfach von Drohnen aus zu ermorden, oder in irgendeinem Folterknast verschwinden zu lassen. Vielleicht wird aus den USA ja doch irgendwann wieder ein Rechtsstaat.
whoknowswhat 08.03.2013
3. Wo?
Wo wurde er denn nun geschnappt? In einem Hotel in Ankara, oder von der CIA in Jordanien? Ihr Artikel ist widersprüchlich.
Promet 08.03.2013
4. Freundschaft!
" "Amerikas Feinde bekommen, was sie verdienen"", kann man aus diesem markig primitiven Westernspruch jetzt eine Pflicht zur Freundschaft ableiten?
wqa 08.03.2013
5.
Zitat von sysopAFPOsama Bin Ladens Schwiegersohn, Suleiman Abu Gheith, soll in den USA wegen Beihilfe zum Mord angeklagt werden. Der ehemalige Sprecher des Terrornetzwerks al-Qaida soll aktiv an der Vorbereitung der Anschläge auf das World Trade Center beteiligt gewesen sein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/bin-ladens-schwiegersohn-abu-gheith-wird-in-usa-angeklagt-a-887568.html
Wenn er Dreck am Stecken hat soll er bestraft werden. Aber Gerichtsverfahren in solchen Angelegenheiten in den demokratischen Vereinigten Staaten von Amerika sind gleichzusetzen mit Verfahren in Saudi Arabien, Iran, China, Russland oder Nord Korea. Die Anhänger würden dies zu Recht anführen und es gäbe nur wieder neue Wut. Wenn dann vor die UN in Den Haag.
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