Russland zu abgeschossenem Kampfjet Blackbox soll beschädigt sein

Eine Kommission soll den türkischen Abschuss des russischen Kampfbombers untersuchen. Doch die Blackbox des an der Grenze zur Türkei abgestürzten Fliegers ist laut Russland beschädigt.

Die Blackbox aus dem Su-24-Bomber: Mehrere gebrochene Chips
DPA

Die Blackbox aus dem Su-24-Bomber: Mehrere gebrochene Chips


Das russische Verteidigungsministerium hat die Blackbox des im November an der türkisch-syrischen Grenze abgeschossenen Kampfjets öffentlich auseinandergenommen. Beim Abschuss durch die türkische Luft-Luft-Rakete und durch den Aufprall am Boden sei die im Heck des Flugzeugs angebrachte Box jedoch beschädigt worden, sagte Oberst Andrej Semonow. Experten öffneten den orangefarbene Rekorder vor Reportern und Diplomaten. Einige Speicherchips in der Box waren offensichtlich gebrochen.

Über das Wochenende soll nun eine von der russischen Regierung eingesetzte Kommission klären, wie es zum Abschuss kommen konnte. Auch britische und chinesische Experten sollen daran mitarbeiten. Eine unabhängige Untersuchung des Vorfalls, die von keiner der beiden Streitparteien durchgeführt wurde, gibt es bisher nicht.

Russland behauptet, dass der Jet die Türkei umflogen und den syrischen Luftraum nicht verlassen habe. Der Jagdbomber habe keine Warnungen der Türkei bekommen. Die türkische Regierung sagt, der Kampfjet sei 17 Sekunden lang in türkischem Luftraum gewesen. Trotz Funkwarnungen habe der Kampfbomber nicht abgedreht. Um ihre Behauptungen zu belegen, legte die türkische Regierung Tonaufnahmen der Warnungen vor.

Fotostrecke

8  Bilder
Fotostrecke: Abschuss mit Folgen

apr/Reuters

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.