Blutbad im Irak US-Gericht verurteilt Blackwater-Mitarbeiter wegen Mordes

Sie sollten einen Konvoi schützen, stattdessen eröffneten sie mitten in Bagdad das Feuer auf irakische Zivilisten: Vier Mitarbeiter der privaten Sicherheitsfirma Blackwater sind von einem US-Gericht verurteilt worden.

Söldner der US-Sicherheitsfirma Blackwater: Urteil gegen vier Mitarbeiter im Fall Bagdad
AFP

Söldner der US-Sicherheitsfirma Blackwater: Urteil gegen vier Mitarbeiter im Fall Bagdad


Washington - Ein US-Gericht hat vier Männer der umstrittenen Sicherheitsfirma Blackwater wegen einer Schießerei in Bagdad schuldig gesprochen. Im September 2007 hatten die US-Wachmänner auf dem belebten Nisur-Platz mitten in der Stadt das Feuer eröffnet. 14 irakische Zivilisten, darunter auch Frauen und Kinder, starben, 18 wurden verletzt. Die Männer hatten einen Diplomatenkonvoi begleitet und behaupteten, sie seien angegriffen worden.

Die Jury befand Nicholas S. wegen Mordes und drei weitere Söldner wegen Totschlags schuldig. Sie wurden in fast allen Anklagepunkten schuldig gesprochen.

2008 war ein Prozess zunächst gescheitert: Zwar wurden die Wachmänner wegen Totschlags angeklagt, das Verfahren wurde aber später wegen Verfahrensfehlern eingestellt.

Der Angriff war damals ein Wendepunkt der amerikanischen Besetzung des Irak. Das Blutbad und die brachiale Vorgehensweise privater Sicherheitstruppen wie Blackwater hatte damals nicht nur bei den Irakern, sondern international Empörung ausgelöst.

Die US-Regierung hatte Blackwater damals angestellt, um amerikanische Diplomaten zu schützen. Nach den tödlichen Schüssen in Bagdad entzog sie der privaten Firma sämtliche Aufträge. Blackwater hat sich mittlerweile mehrfach umbenannt, das Unternehmen heißt heute Constellis Holdings.

gam/AP/Reuters



insgesamt 7 Beiträge
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ihawk 22.10.2014
1. Ein wertvolles Urteil
Dennoch bleiben die Verurteilten Bauernopfer.
albert.denter 22.10.2014
2. Blackwater
zuerst braucht man sie, dann gehen sie von der kette.....dann wundert man sich..... wie ? wo? was ? Warum muss man überhaupt "private sicherheitsdienste einsetzen....Nehmen die hoheitl. aufgaben wahr.....
zauselfritz 22.10.2014
3.
Zitat von ihawkDennoch bleiben die Verurteilten Bauernopfer.
Nein. Wieso? Ihnen hat niemand den Befehl erteilt auf Unbeteiligte zu feuern. Sie wurden für ihre Taten angeklagt und für schuldig befunden. Alles andere ist ein anderes Thema.
tennislehrer 23.10.2014
4. Warum
entzieht man den Verantwortlichen nicht für immer die Konzession?
smokiebrandy 23.10.2014
5.
Zitat von tennislehrerentzieht man den Verantwortlichen nicht für immer die Konzession?
...ganz einfach, weil man in Grauzonen in denen man sich nicht selbst die Hände schmutzig machen will und unter Umständen auch aus rechtlichen Gründen nicht in Erscheinung treten darf, auf genau so eine Truppe zurückgreifen möchte. Wenn dann mal etwas aus dem Ruder läuft, wird der Haufen umbenannt und es kann weiter gehen...mit den gleichen Leuten und mit dem gleichen Ziel...
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