Ex-Premier Blair hält späteren Euro-Beitritt Großbritanniens für denkbar

Großbritannien und der Euro - das passt nicht zusammen? Vielleicht doch, sagt Ex-Premier Tony Blair. Wenn die Schuldenkrise gelöst sei, dann habe Großbritannien "eine sehr interessante Wahl zu treffen".
Tony Blair im BBC-Interview: Gedankenspiele eines "elder statesman"

Tony Blair im BBC-Interview: Gedankenspiele eines "elder statesman"

Foto: Handout/ Getty Images

London - Das Pfund ist ein Heiligtum der Briten. Die uralte Währung gegen den Euro zu tauschen, ist für die Mehrheit der Bevölkerung daher undenkbar. Der britische Ex-Premier Tony Blair sieht das offenbar etwas lockerer - und hat andeutungsweise die Möglichkeit eines Beitritts Großbritanniens zur Euro-Zone ins Spiel gebracht. "Wenn alles geklärt ist und Europa sich wieder nach vorne bewegt, dann hat Großbritannien eine sehr interessante Wahl zu treffen", sagte Blair am Sonntag im BBC-Fernsehen.

Die Abschaffung der eigenen Währung als auch der dafür nötige Beitritt zur Euro-Zone Großbritanniens gelten derzeit auf der Insel als ausgeschlossen. Der rechte Flügel in der konservativen Regierungspartei von Premierminister David Cameron will das Volk sogar über einen Verbleib in der Europäischen Union abstimmen lassen.

Blair ergänzte: Bevor man über einen möglichen Euro-Beitritt nachdenke, müsse die Finanzkrise in Europa gelöst werden. Dies sei nur möglich, wenn Deutschland bereit sei, die Schulden in der Euro-Zone zu Gemeinschaftsschulden zu machen. "Das bedeutet, dass man die Schulden eines Einzelnen als die Schulden aller behandelt, was für Deutschland sehr hart ist." Die Staaten mit Schuldenproblemen müssten sich umfangreichen Reformprogrammen verschreiben. "Sonst wäre es unfair, Deutschland zu bitten zu zahlen."

yes/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.