Blairs Bestseller-Memoiren Britanniens Nummer 1

Verkaufsrekord für Tony Blair: Am Tag der Veröffentlichung waren die Memoiren des britischen Ex-Premiers die bestverkaufte Autobiografie aller Zeiten. Die Einnahmen kommen allerdings nicht dem Multimillionär zugute, sondern werden gespendet.

Memoiren von Tony Blair: "In einer Liga mit Roman-Bestsellern"
dpa

Memoiren von Tony Blair: "In einer Liga mit Roman-Bestsellern"


London - Auf den ersten Blick ist in Londons Buchläden kein Ansturm auf Tony Blairs Memoiren zu erkennen. Obwohl die hohen Stapel gut sichtbar am Eingang und neben der Kasse liegen, greift kaum jemand zu. So weit der Eindruck des flüchtigen Beobachters.

Die Buchhändler schwärmen aber: Gleich am ersten Tag habe das 700-Seiten-Werk mit dem Titel "A Journey" (Eine Reise) alle Rekorde geschlagen. Ihren Angaben zufolge verkaufte es sich besser als jede andere Autobiografie zuvor, inklusive der Memoiren von Boulevardhelden wie David Beckham.

"Wir haben noch nie erlebt, dass sich ein solches Buch an einem Tag so schnell verkauft", sagte ein Sprecher des britischen Großbuchhändlers Waterstone's. Von der Größenordnung her spiele es in der Liga der Roman-Bestseller. "Die Konkurrenz sind Dan Brown oder Joanne K. Rowling."

Die ersten offiziellen Verkaufszahlen werden erst kommende Woche veröffentlicht, aber der Trend ist schon erkennbar. Auf der britischen Seite des Online-Buchhändlers Amazon schoss das Polit-Buch auf den ersten Platz, in den USA erreichte es immerhin den zwölften. Auf Deutsch erscheint das Werk am 6. September.

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Tony Blairs Memoiren: Der "Pudel" packt aus
Förderlich für den Absatz war sicherlich der Discount-Preis: Vom ersten Tag an war das Buch in den großen britischen Ketten zum halben Preis von 12,50 Pfund zu haben.

Der Verkaufserlös geht nicht an Blair, dessen Vermögen auf über 20 Millionen Pfund geschätzt wird. Er hat entschieden, die Einnahmen der Veteranen-Organisation Royal British Legion zukommen zu lassen.

Das Buch sorgt bereits für heftige Debatten im Londoner Parlamentsviertel Westminster. Führende Labour-Politiker gingen auf Distanz zu Blairs Kritik an seiner Partei und an seinem Nachfolger Gordon Brown.

Blairs flotte, umgangssprachliche Prosa wurde jedoch von Rezensenten gelobt. Das Buch sei ungewöhnlich interessant für eine Politikerbiografie und schwer zur Seite zu legen, befand "Times"-Kolumnist Matthew Parris.

cvo

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insgesamt 2 Beiträge
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voxpopuli1it 02.09.2010
1. Tony Brair
Gestern noch war der Spiegel Bericht ironisch,und über das verkauf der buch sicher das keinen so Größe Resonanz finden würde.Heute ist dafür traurig.
Flans 02.09.2010
2.
....wer den (meiner Meinung nach sehr sehenswerten und demnächst als DVD bzw. Blu-ray erscheinenden) Film "Der Ghostwriter" von Roman Polanski bereits im Kino gesehen hat, wird sich ob des Verkaufserfolges der Blair-Memoiren und auch des im Artikel angesprochenen "flotten" Schreibstils wegen ein Schmunzeln kaum verkneifen können...
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