Blutbad in Afghanistan Taliban verurteilen Kandahar-Anschlag

Die Taliban haben den verheerenden Bombenanschlag in der südafghanischen Stadt Kandahar verurteilt und ihre Verantwortung abgestritten. Unterdessen stieg die Zahl der Opfer: Mehr als 40 unschuldige Bürger seien getötet worden, teilte das Innenministerium mit, 65 weitere wurden verletzt.

Zerstörtes Haus in Kandahar: Nach dem Tod vieler Zivilisten streiten die Taliban ihre Beteiligung an dem verheerenden Anschlag ab
AFP

Zerstörtes Haus in Kandahar: Nach dem Tod vieler Zivilisten streiten die Taliban ihre Beteiligung an dem verheerenden Anschlag ab


Kandahar - Die Taliban haben jede Verantwortung für den verheerenden Bombenanschlag in der südafghanischen Stadt Kandahar mit mindestens 43 Toten von sich gewiesen. "Wir verurteilen diesen Angriff, bei dem unschuldige Zivilpersonen getötet wurden", sagte Taliban-Sprecher Kari Jusef Ahmadi am Mittwoch in einer Erklärung. Auch ein Tag nach dem Anschlag zogen die Bergungsmannschaften noch Verletzte aus den Trümmern eingestürzter Gebäude.

Allerdings haben die Taliban in der Vergangenheit häufiger die Verantwortung für Anschläge von sich gewiesen, bei denen anschließend klar war, dass viele Zivilisten ums Leben kamen. Die Zahl der Toten bei dem schwersten Anschlag in Afghanistan seit Monaten stieg unterdessen weiter an. Das Innenministerium korrigierte die Zahl der Opfer nach oben und sprach am Mittwoch von mindestens 43 Toten und 65 Verwundeten.

Die Tat am Dienstag wurde den Angaben zufolge mit einer ferngezündeten Bombe ausgeführt, die in einem Lastwagen versteckt war. In dem Gebiet rund um den Tatort befinden sich mehrere Einrichtungen der Vereinten Nationen sowie ein Büro des afghanischen Geheimdienstes. Unter den Toten ist auch 48-jähriger Mitarbeiter des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK).

Der Afghane, ein Wasserbauingenieur, hinterlässt eine Frau und zehn Kinder. Nach Angaben der Provinzregierung in Kandahar sind unter den Toten vier pakistanische Mitarbeiter einer japanischen Baufirma. Der Polizeikommandeur der Südregion, Gholam Ali Wahdat, sagte, der Sprengstoff sei in einem Lastwagen versteckt gewesen. Die Behörden hatten zunächst von mehreren Autobomben gesprochen.

Neben Präsident Hamid Karzai verurteilten die Vereinten Nationen und die USA den Anschlag. Karzais Büro teilte am Mittwoch mit, der Präsident habe ein Dringlichkeitstreffen mit den Sicherheitsbehörden in Kabul einberufen und eine Entschädigung von 500 Dollar für die Angehörigen jedes Opfers angeordnet. Innenminister Mohammad Hanif Atmar sei für eine eingehende Untersuchung der Tat nach Kandahar entsandt worden.

Zu dem Anschlag war es kurz nach Veröffentlichung der ersten Teilergebnisse der Präsidentschaftswahl gekommen, zu deren Boykott die Taliban aufgerufen hatten. Die Unabhängige Wahlkommission (IEC) hatte am Dienstagabend Ergebnisse aus rund zehn Prozent der Wahllokale bekanntgegeben. Nach diesen Trends liegt Amtsinhaber Karzai bislang nur etwa zwei Prozentpunkte vor seinem wichtigsten Herausforderer, Ex-Außenminister Abdullah Abdullah.

Die IEC wollte am Mittwochabend in Kabul weitere Teilergebnisse veröffentlichen. Sollte sich der Trend fortsetzen und keiner der Kandidaten eine absolute Mehrheit erzielen, wäre ein zweiter Wahlgang notwendig. Dann würden Anfang Oktober nur noch der Spitzenreiter und der Zweitplatzierte antreten. Abdullah hat dem Karzai-Lager Manipulationen vorgeworfen. Bei der Beschwerdekommission waren bis Dienstag beinahe 800 Beschwerden über die Wahl und die Stimmenauszählung eingegangen.

Bei einem Bombenanschlag der Taliban am nordafghanischen Bundeswehr-Standort Kunduz wurde am Mittwoch der Chef der Provinz-Justizbehörde getötet. Ein Sprengsatz sei am Morgen in dem Wagen von Kari Dschahangir in Kunduz-Stadt explodiert, als der Behördenchef auf dem Weg zur Arbeit gewesen sei, sagte Provinz-Polizeichef Abdul Rasak Jakubi. Dschahangir sei der einzige Insasse des Autos gewesen, das bei der Detonation in Brand geraten sei. Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid sagte, Kämpfer der Aufständischen hätten die Bombe in dem Wagen versteckt und ferngezündet.

ore/dpa/AP

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Seite 1
atzlan 20.08.2009
1. mission failed
Zitat von sysopIn Afghanistan ist die Sicherheitslage extrem gespannt, die deutschen Soldaten wappnen sich gegen neue Anschläge. Wie sieht die Zukunft des Landes aus: Demokratisierung oder Taliban-Terror ohne Ende?
"Die Wahlen werden weit von freien und fairen Wahlen entfernt sein. Ganze Wahlurnen werden verkauft, sie erhalten auf dem Basar Stimmzettel für wenige Dollar. Um die Wahlen herum ist eine ganze Wirtschaft entstanden - mit Demokratie in unserem Sinne hat das aber wenig zu tun." http://www.tagesschau.de/ausland/afghanistaninterview100.html
zenobit 20.08.2009
2.
Zitat von sysopIn Afghanistan ist die Sicherheitslage extrem gespannt, die deutschen Soldaten wappnen sich gegen neue Anschläge. Wie sieht die Zukunft des Landes aus: Demokratisierung oder Taliban-Terror ohne Ende?
Es gibt keine Demmokratisierung in Afghanistan. Das was als solche dargestellt wird ist eine Farce. Andere Regierungen, die ihr Volk so betrügen, würden International geächtet werden und ihnen würde mit wirtschaftlichen Sanktionen gedroht werden. Krazai kauft oder beseitigt seine poltischen Gegner. Wie soll auch in einem Land indem Bürgerkrieg und Krieg gegen ausländische Truppen herrscht, indem mehr als 1/3 des Landes unter Kontrolle der Taliban steht, auch nur ansatzweise eine demokratische Wahl abgehalten werden? Dazu kommt noch, dass die meisten afghanischen Bürger weder Zeitungen lesen und kennen noch irgendwie Strom oder ein Radio besitzen. Wie sollen sich die Menschen in den Provinzen ein Bild von den Kandidaten machen?? Es wird derjenige gewählt, der ihnen von den Stammesführen vorgeschrieben wird und die lassen siche ihre Loyalität bezahlen.
namlob, 20.08.2009
3.
Zitat von sysopIn Afghanistan ist die Sicherheitslage extrem gespannt, die deutschen Soldaten wappnen sich gegen neue Anschläge. Wie sieht die Zukunft des Landes aus: Demokratisierung oder Taliban-Terror ohne Ende?
Wenn wir uns die Gegend einmal näher ansehen, so ist "Demokratie" dort ein Fremdwort. Vergleichen wir mal Tibet vor der KPCh, die postsowejtischen Republiken, Iran u.s.w. Als Alternative gibt es nicht nur die Taliban sondern die Verhältnisse auch bevor die Taliban und die Mujaheddin die Sowjets mit Hilfe der USA des Landes verwiesen haben.
spalthammer 20.08.2009
4. Das kommt darauf an
Zitat von sysopIn Afghanistan ist die Sicherheitslage extrem gespannt, die deutschen Soldaten wappnen sich gegen neue Anschläge. Wie sieht die Zukunft des Landes aus: Demokratisierung oder Taliban-Terror ohne Ende?
Wie die Zukunft des Lands aussieht, hängt wohl stark von der weiteren Vorgehensweise ab: Wenn man endlich begreift, daß AFG für eine Demokratie westlicher Maßstäbe nicht reif ist, die Millionen für die getürkte Wahl lieber den Mohnbauern gibt, damit die KEINEN Mohn mehr anbauen, Obamas Strategie (und das sage ich als Obamakritiker) des Eroberns und Haltens konsequent weiterverfolgt (mit den entsprechenden Verlusten) um das Land endlich zu befrieden, DANACH den zivilen Wiederaufbau betreibt, dann kann das durchaus etwas werden. Das geht aber nur, indem man das System Karzai durch einen UN-Kontrollrat ersetzt und den Afghanen die Souveränität erst mal entzieht. Das wird den meisten (von den Exil-Afghanen mal abgesehen) wahrscheinlich auch egal sein, die wollen Frieden, Brot und ein Dach über dem Kopf wenn es kalt wird. Wenn man so weitermacht wie bisher, dann kann man sich bestenfalls geordnet zurückziehen, wahrscheinlich macht man eher britische Erfahrungen und irgendwann klopft wieder ein einsamer Reiter an ein Stadttor... Ich warte jetzt mal auf die Youtube Attacken und Twitter Offensiven der aufgebrachten Afghanen wegen der Wahl, auf die heilige Empörung des Westens ob der gekauften Stimmen (wenn es welche gibt) und auf das Fingerzeigen auf Russland ob des Schulterschlusses mit Karzai... ach, ich habe völlig vergessen, daß wir nicht im Iran sind. Gruß an alle, die dort dienen und bleibt gesund!
spalthammer 20.08.2009
5. Kommt darauf an...
Zitat von sysopIn Afghanistan ist die Sicherheitslage extrem gespannt, die deutschen Soldaten wappnen sich gegen neue Anschläge. Wie sieht die Zukunft des Landes aus: Demokratisierung oder Taliban-Terror ohne Ende?
Wie die Zukunft des Lands aussieht, hängt wohl stark von der weiteren Vorgehensweise ab: Wenn man endlich begreift, daß AFG für eine Demokratie westlicher Maßstäbe nicht reif ist, die Millionen für die getürkte Wahl lieber den Mohnbauern gibt, damit die KEINEN Mohn mehr anbauen, Obamas Strategie (und das sage ich als Obamakritiker) des Eroberns und Haltens konsequent weiterverfolgt (mit den entsprechenden Verlusten) um das Land endlich zu befrieden, DANACH den zivilen Wiederaufbau betreibt, dann kann das durchaus etwas werden. Das geht aber nur, indem man das System Karzai durch einen UN-Kontrollrat ersetzt und den Afghanen die Souveränität erst mal entzieht. Das wird den meisten (von den Exil-Afghanen mal abgesehen) wahrscheinlich auch egal sein, die wollen Frieden, Brot und ein Dach über dem Kopf wenn es kalt wird. Wenn man so weitermacht wie bisher, dann kann man sich bestenfalls geordnet zurückziehen, wahrscheinlich macht man eher britische Erfahrungen und irgendwann klopft wieder ein einsamer Reiter an ein Stadttor... Ich warte jetzt mal auf die Youtube Attacken und Twitter Offensiven der aufgebrachten Afghanen wegen der Wahl, auf die heilige Empörung des Westens ob der gekauften Stimmen (wenn es welche gibt) und auf das Fingerzeigen auf Russland ob des Schulterschlusses mit Karzai... ach, ich habe völlig vergessen, daß wir nicht im Iran sind. Gruß an alle, die dort dienen und bleibt gesund!
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