Nach Blutbad in Sikh-Tempel Obama fordert von Bürgern Gewalteindämmung

Barack Obama appelliert an die Amerikaner: Die Bürger sollen in sich gehen und nach Möglichkeiten der Gewalteindämmung suchen - Bluttaten wie die von Aurora und Wisconsin ereignen sich zu häufig.

US-Präsident Obama: Die Amerikaner sollen nach Wegen der Gewalteindämmung suchen
DPA

US-Präsident Obama: Die Amerikaner sollen nach Wegen der Gewalteindämmung suchen


Washington - Barack Obama ist unter Druck. Die Präsidentschaftswahl ist im November, die amerikanische Wirtschaft schwächelt - und Attentäter verunsichern das Land. Jetzt hat der US-Präsident seine Bürger dazu aufgerufen, in sich zu gehen und nach Möglichkeiten zur Gewalteindämmung im Land zu suchen.

Er selbst wolle Vertreter der Strafverfolgungsbehörden, Gemeinde- und religiöse Führer sowie Politiker auf allen Ebenen zusammenbringen, "um zu sehen, wie wir weitere Fortschritte machen können", sagte Obama am Montag im Weißen Haus.

"Schreckliche, tragische Vorfälle" wie jetzt im US-Staat Wisconsin ereigneten sich zu häufig, um nicht nach zusätzlichen Wegen zur Verringerung von Gewalt zu suchen. "Und ich glaube, es wird sehr wichtig für uns sein zu bekräftigen, dass wir in diesem Land füreinander sorgen und uns gegenseitig respektieren, egal, wie wir aussehen, woher wir kommen, und zu wem wir beten", sagte der Präsident. "Wir sind ein Volk".

Obama bezog sich dabei auf Spekulationen, dass der Täter möglicherweise rassistische Motive hatte und die Sikhs für Muslime gehalten haben könnte. Der 40-jährige Schütze hatte sechs Menschen getötet, bevor er dann selbst von einem Polizisten erschossen wurde.

FBI prüft rassistische Motive

Die Bundespolizei FBI vermutet hinter der Tat in Wisconsin offenbar rassistische Motive. "Wir überprüfen Verbindungen mit Gruppen, die die Überlegenheit der weißen Rasse predigen", sagte Ermittlerin Teresa Carlson, die das FBI in Milwaukee leitet.

Das Rassismusforschungsinstitut Southern Poverty Law Center erklärte, bei dem mutmaßlichen Todesschützen handele es sich um einen "frustrierten Neonazi". Der Ex-Soldat sei der Kopf einer "rassistischen" Rockband namens End Apathy gewesen, welche die Überlegenheit von Weißen propagiert habe. Mit der 2005 gegründeten Gruppe sei Page auf Musikfestivals aufgetreten.

Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums war Page von 1992 bis 1998 in der US-Armee. Der ausgebildete Fallschirmspringer sei auf psychologische Kriegsführung spezialisiert gewesen. Er sei mit mehreren militärischen Orden ausgezeichnet worden. Ein Nachbar Pages sagte AFP, der Ex-Soldat habe wie ein "ziemlich normaler" und "entspannter Kerl" auf ihn gewirkt.

lei/dpa/AFP

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