Blutige Proteste Ägyptische Polizei verletzt Dutzende Demonstranten

Die Beamten setzten Tränengas ein, immer wieder fielen Schüsse: Ägyptische Sicherheitskräfte sind hart gegen Demonstranten vor der israelischen Botschaft in Kairo vorgegangen. Bei den Ausschreitungen wurden zahlreiche Menschen verletzt.

Demonstrant in Kairo: Schwere Ausschreitungen in der Nacht
AFP

Demonstrant in Kairo: Schwere Ausschreitungen in der Nacht


Kairo - Mit Tränengas und scharfer Munition ist die ägyptische Polizei gegen tausende Demonstranten vor der israelischen Botschaft in Kairo vorgegangen. Nach Angaben eines Sicherheitsbeamten wurden dabei in der Nacht zum Montag Dutzende Menschen verletzt. Einige von ihnen hätten Schussverletzungen erlitten, ein Demonstrant befand sich den Angaben zufolge in kritischem Zustand.

Über Facebook waren Araber zu einem Protestmarsch gegen Israel am Sonntag aufgefordert worden, um ihre Unterstützung für die Palästinenser zu zeigen. Mehrere Hundert Protestler hatten sich am sogenannten "Tag der Katastrophe" vor der Vertretung des Landes versammelt. So wird die Staatsgründung Israels am 14. Mai 1948 auf palästinensischer und arabischer Seite bezeichnet.

Die Demonstranten setzten vor der Botschaft eine israelische Flagge in Brand, skandierten israelfeindliche Slogans und forderten, dass der israelische Botschafter des Landes verwiesen und die Botschaft geschlossen werden solle.

Die Protestaktion ereignete sich nur wenige Stunden nach dem Besuch des ranghohen Vertreters des israelischen Verteidigungsministeriums in Kairo, Amos Gilad. Es war der erste Besuch eines israelischen Spitzenpolitikers in Ägypten seit dem Sturz des ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak im Februar.

jok/dpa/Reuters/AFP



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Seite 1
Heinz-und-Kunz 16.05.2011
1. Endlich frei!
Frei Christen zu töten, Kirchen zu zerstören und jetzt geht es ganz "frei" gegen die Juden. Da kann einem Angst und Bange werden wie die Ägypter ihre "Freiheit" geniessen.
adolgner 16.05.2011
2. Falsch
Zitat von Heinz-und-KunzFrei Christen zu töten, Kirchen zu zerstören und jetzt geht es ganz "frei" gegen die Juden. Da kann einem Angst und Bange werden wie die Ägypter ihre "Freiheit" geniessen.
Es geht nicht gegen Juden, es geht gegen Jahrzehnte lange Unterdrückung von Palästinensern in ihrer eigenen Heimat. Natürlich ist es verabscheuenswürdig das einige der Demonstranten dermaßen am Ziel vorbei schießen, aber ähnlich verabscheuenswürdig ist die einseitige, suggestive Berichterstattung deutscher und internationaler Medien seit Beginn der Revolution in Ägypten. Und Pauschalisierungen á la "wie die Ägypter ihre Freiheit geniessen" sind ganz und gar unangebracht.
Heinz-und-Kunz 16.05.2011
3. ...
Zitat von adolgnerEs geht nicht gegen Juden, es geht gegen Jahrzehnte lange Unterdrückung von Palästinensern in ihrer eigenen Heimat. Natürlich ist es verabscheuenswürdig das einige der Demonstranten dermaßen am Ziel vorbei schießen, aber ähnlich verabscheuenswürdig ist die einseitige, suggestive Berichterstattung deutscher und internationaler Medien seit Beginn der Revolution in Ägypten. Und Pauschalisierungen á la "wie die Ägypter ihre Freiheit geniessen" sind ganz und gar unangebracht.
Sicher! Der Umstand, dass Israel ein jüdischer Staat ist, hat nix damit zu tun, dass es für jeden Schiss schief angeschaut wird, während alle möglichen Untaten irgendwelcher Diktaturen kaum beachtet werden. Z.B. die Christenverfolgungen in bestimmten Ländern. Die Medien berichten höchstens einseitig im Sinne vom "Hurra, da bricht westliche Freiheit aus!" Alles andere wird von denen so gut es geht ignoriert oder kein geredet.
adolgner 16.05.2011
4. Pauschalisierung
Zitat von Heinz-und-KunzSicher! Der Umstand, dass Israel ein jüdischer Staat ist, hat nix damit zu tun, dass es für jeden Schiss schief angeschaut wird, während alle möglichen Untaten irgendwelcher Diktaturen kaum beachtet werden. Z.B. die Christenverfolgungen in bestimmten Ländern. Die Medien berichten höchstens einseitig im Sinne vom "Hurra, da bricht westliche Freiheit aus!" Alles andere wird von denen so gut es geht ignoriert oder kein geredet.
Richtig. Ich würde glatt sagen auch ein säkulärer oder Christlicher Staat würde an Isreal's Stelle schief angeschaut werden. Wobei ich so einiges was hier passiert nicht unter "jeden Schiss" fallen lassen würde. So ein Bericht ist zwar noch nicht untergekommen, aber es wäre ein Beispiel: das bläst die Erwartungen auf und auf einmal Kippt die Stimmung wenn plötzlich überraschend festgestellt wird dass Israel immer noch ein Feindbild für viele hier darstellt. Ein leider viel besseres Beispiel für einseitige Medienberichte waren die zahlreichen "Protraits" der Muslimbruderschaft während der Revolution. Aber wir driften vom Thema ab. Mein eigentliches Statement war nur, das Ägypter jedes Recht haben FRIEDLICH vor der Israelischen Botschaft zu demonstrieren. Und auch wenn einige der Demonstranten leider offenbar schwer gestört sind, sind Pauschalisierungen wie im Artikel, deinem ersten Beitrag und sonst überall genau das was Feindbilder schafft und zur Extremisierung der "Lager" führt.
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