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Kirgisien: Angst vor dem Bürgerkrieg

Foto: Anvar Ilyasov/ AP

Blutige Unruhen USA schicken Diplomaten nach Kirgisien

Die USA sind besorgt über die schweren Unruhen in Kirgisien und schicken einen hochrangigen Diplomaten in das zentralasiatische Land: Er soll mit kirgisischen Vertretern über die Lage beraten.

Washington - Robert Blake soll sich ein Bild von der Lage in Kirgisien machen: Der US-Diplomat, im Außenministerium für Süd- und Zentralasien zuständig, reist an diesem Mittwoch zunächst in die usbekische Hauptstadt Taschkent und von dort an die kirgisische Grenze, teilte Außenamtssprecher Philip Crowley mit.

Die USA hätten erkannt, dass vor Ort kurzfristig dramatische humanitäre Bedürfnisse entstünden. Es solle darüber gesprochen werden, wie am besten geholfen werden könne. Blake habe bereits telefonisch mit der Chefin der Übergangsregierung, Rosa Otunbajewa, gesprochen. Er werde auch in das usbekische Fergana-Tal reisen, wo Zehntausende Flüchtlinge ausharren.

Bei den seit Donnerstag anhaltenden Ausschreitungen gegen die usbekische Minderheit sind bislang mindestens 176 Menschen getötet worden - das Internationale Komitee vom Roten Kreuz geht von "mehreren hundert" Toten aus. Die Gewalt konzentriert sich auf die Städte Osch und Dschalal-Abad im Süden des Landes an der Grenze zu Usbekistan. Dort stellen Usbeken eine Minderheit dar.

Die Vereinten Nationen sprachen zuletzt davon, dass die Unruhen Züge ethnischer Säuberungen trügen.

Die Hinweise verdichten sich, dass der vor zwei Monaten gestürzte Präsident Kurmanbek Bakijew hinter den Auseinandersetzungen steckt. "Niemand bezweifelt, dass er beteiligt ist", sagte Übergangspräsidentin Otunbajewa am Dienstag. Otunbajewa führt das Land seit dem blutigen Sturz Bakijews im April. Bakijew selbst hält sich im weißrussischen Exil auf, ihm wird der Tod von 87 Demonstranten zur Last gelegt. Weißrussland teilte am Dienstag mit, ein kirgisisches Auslieferungsgesuch abgelehnt zu haben.

hen/Reuters/AFP
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