Blutiger Zwischenfall in Nahost Norwegische Uno-Beobachter getötet


Jerusalem/Hebron - Zwei norwegische Uno-Beobachter sind am Dienstagabend bei einem palästinensischen Überfall nahe Hebron getötet worden. Israelische Medien berichteten, die Männer seien im Westjordanland bei Chalchul im Auto unterwegs gewesen, als die Angreifer bei einem Überholmanöver das Feuer auf sie eröffneten. Ein dritter Insasse sei dabei leicht verletzt worden. Auch palästinensische Kreise gingen davon aus, dass die Täter die Beobachter irrtümlich für israelische Siedler hielten.

Die unbewaffnete internationale Beobachtergruppe (TIPH), der die Getöteten angehören, ist seit acht Jahren in der geteilten Stadt Hebron im Einsatz, um zum Schutz der Palästinenser vor militanten jüdischen Siedlern beizutragen. Sie wurden entsandt, nachdem der israelische Arzt Baruch Goldstein im Februar 1994 in einer Moschee das Feuer auf betende Palästinenser eröffnet und 29 von ihnen getötet hatte.

In Hebron leben etwa 450 radikale Siedler inmitten von 160.000 Palästinensern. Die geteilte Stadt wird zu vier Fünfteln von den Palästinensern kontrolliert, der Rest untersteht israelischer Oberhoheit. Während die Palästinenser immer wieder die Entsendung einer internationalen Beobachtertruppe in die gesamten Palästinensergebiete fordern, lehnt Israel dies grundsätzlich ab.



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