Nigeria Boko-Haram-Anhänger töten 46 Polizisten

Mitglieder der radikalen islamischen Sekte Boko Haram sollen im Norden Nigerias Polizisten in einen Hinterhalt gelockt und getötet haben. 46 Beamte kamen ums Leben.


Nigeria - Vor zwei Tagen befreite die islamistische Sekte Boko Haram im Nordosten Nigerias mehr als 100 Häftlinge aus einem Gefängnis und tötete dabei rücksichtslos zwei Soldaten, 14 Gefängniswärter, 22 Polizisten und vier Zivilisten. Nun sind im Norden Nigerias 46 Polizisten in einen Hinterhalt geraten, überfallen und getötet worden - und wieder steht Boko Haram im Verdacht.

Anhänger der Sekte hätten die Polizisten erschossen und ihre Leichen anschließend verbrannt. 17 Beamte würden noch vermisst, sagte der Polizeichef des zentralnigerianischen Bundesstaates Nassarawa, Abayomi Akeremale. Insgesamt waren demnach 60 Polizisten in einen Hinterhalt geraten, in dem die Angreifer das Feuer auf die Einsatzkräfte eröffneten.

Die Polizei habe die Anführer der Sekte und ihren Priester festnehmen wollen, sagte der Polizeichef. Diese sollen zuvor versucht haben, Anwohnern eines Dorfes in Zentralnigeria ihren Glauben aufzuzwingen.

Boko Haram kämpft für einen islamischen Staat

Nigerianische Islamistengruppen agieren üblicherweise weiter im Norden des Öl-Exportlandes. Dort ist die Mehrheit der Bevölkerung muslimisch, während der Süden überwiegend christlich ist. Boko Haram kämpft seit Jahren mit Gewalt für einen islamischen Staat. Die Extremistengruppe hat seit 2009 zahlreiche Anschläge auf Sicherheitskräfte, Regierungsvertreter sowie christliche Kirchen verübt. Dabei wurden rund 3000 Menschen getötet. Allein im vergangenen Jahr wurden mindestens 792 Menschen getötet.

Bei ihrem Vorgehen gegen die Islamisten und mögliche Sympathisanten hat sich laut Beobachtern aber auch die Armee zahlreicher Übergriffe und Gewalttaten schuldig gemacht. Erst im Januar hatte die Gruppe der Regierung eine Unterbrechung der Kämpfe in Aussicht gestellt.

jjc/AFP/Reuters



insgesamt 30 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Acrylium 09.05.2013
1. Bücherverbrenner
Bücher sind Sünde. Bildung ist Sünde. Wissen ist Sünde. Nur der Glaube zählt. Und alle die es anders sehen sind des Todes. Muss man so ein Weltbild wirklich tolerieren?
fussball11 09.05.2013
2.
Kann mir SpOn bitte erklären ob Bobo-Haram jetzt "Rebellen" oder Terroristen sind und ob es sich bei den Polizisten um "Schergen" oder Opfer handelt?
horstu 09.05.2013
3. Sekte?
Solange ich keinen breiten Widerspruch von gemäßigt-muslimischer Seite gegen das Handeln von Boko Haram höre, würde ich nicht verharmlosend von einer "Sekte" sprechen. Boko Haram. Al-Qaida etc. sind keine Randphänomene. Vielmehr scheint es, dass es eine breite stillschweigende Zustimmung gibt, zumindest was deren Ziele (ethnische Säuberungen bzw. Religionsapartheid) anbelangt.
knappege 09.05.2013
4.
schrecklich. ... auf der ganzen welt passieren solche greul taten im namen allahs und der zentralrat der muslime fordert einen feiertag hier, eine islam schulstunde da... mir fehlt die Ausgrenzung solcher Sekten. der rat der muslime kann fordern fordern fordern, sich gegen sauerlandzelle, gegen salafisten, gegen weltweiten terror im namen ihres Glaubens auzusprechen vermisse ICH persönlich sehr
panzerknacker51, 09.05.2013
5. Wozu die Aufregung?
Zitat von horstuSolange ich keinen breiten Widerspruch von gemäßigt-muslimischer Seite gegen das Handeln von Boko Haram höre, würde ich nicht verharmlosend von einer "Sekte" sprechen. Boko Haram. Al-Qaida etc. sind keine Randphänomene. Vielmehr scheint es, dass es eine breite stillschweigende Zustimmung gibt, zumindest was deren Ziele (ethnische Säuberungen bzw. Religionsapartheid) anbelangt.
Im Kampf gegen die Ungläubigen ist (fast) alles erlaubt; kann man im Koran nachlesen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2013
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.