Boko Haram in Nigeria CNN zeigt offenbar Lebenszeichen von entführten Schülerinnen

2014 wurden in Chibok in Nigeria mehr als 200 Schülerinnen von der Terrormiliz Boko Haram verschleppt. Nun ist offenbar ein Video aufgetaucht, das einige von ihnen zeigt. Drei Mütter sollen ihre Töchter darin erkannt haben.
Videoausschnitt vom Mai 2014 (Archivbild)

Videoausschnitt vom Mai 2014 (Archivbild)

Foto: AFP/ BOKO HARAM

Seit einem im Mai 2014 veröffentlichten Video gab es keine Informationen mehr über die Schülerinnen, die von der Islamistengruppe Boko Haram entführt worden waren. Nun gibt es laut einem Bericht des US-Nachrichtensenders CNN ein "Lebenszeichen" von einigen der Mädchen aus Chibok.

Auf einem Video sind laut CNN 15 verschleierte Mädchen zu sehen. Sie nennen ihre Namen, das Datum 25. Dezember 2015 und sagen, dass sie 2014 verschleppt worden seien. "Es geht uns allen gut", sagt ein Mädchen in die Kamera. Drei Mütter sowie eine Klassenkameradin hätten die Mädchen erkannt, berichtete CNN . Konfrontiert mit den Aufnahmen, brachen sie in Tränen aus.

Die Islamisten hatten seit Anfang 2014 Hunderte Frauen und Mädchen verschleppt, unter ihnen auch mehr als 270 Schülerinnen aus Chibok im Nordosten Nigerias. Mehreren Dutzend Mädchen gelang später die Flucht, 219 blieben vermisst. Die Entführung jährt sich in der Nacht zu Freitag.

Die Entführung sorgte weltweit für Entsetzen. Twitterer solidarisierten sich unter dem Hashtag #BringBackOurGirls , unter ihnen First Lady Michelle Obama. Der damalige nigerianische Präsident Goodluck Jonathan scheiterte daran, mit der Entführung umzugehen und die Mädchen aus den Händen ihrer Peiniger zu befreien. Auch die Unterstützung von den USA, Großbritannien und Frankreich brachte bisher keine konkreten Erfolge.

Nach AFP-Informationen kontaktierten Boko-Haram-Vertreter die nigerianische Regierung im Januar, um über einen Austausch der Geiseln gegen Gefangene zu verhandeln. Daraufhin habe die Regierung zunächst ein Lebenszeichen gefordert. Die Terroristen schickten demnach fünf Fotos und das Video.

Der nigerianische Senator Shehu Sani sagte der Nachrichtenagentur AP, er halte das Video für glaubwürdig. Er selbst habe einige der Mädchen erkannt. Aufgrund der mangelnden Stromversorgung habe er jedoch noch nicht das ganze Video sehen können.

Die Islamistengruppe fordert seit sechs Jahren die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Mindestens 20.000 Menschen wurden in dem Kampf bisher getötet. 2,6 Millionen Menschen wurden durch die Gewalt in die Flucht getrieben. Der Konflikt hat sich auch auf die Nachbarländer Kamerun, Tschad und Niger ausgeweitet, deren Armeen sich am Kampf gegen Boko Haram beteiligen.

vek/AFP/AP
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