Notfallplan von Präsident Morales Bolivien will Morde an Frauen als "Verbrechen gegen die Menschlichkeit" einstufen

In Bolivien wurden im vergangenen Jahr 128 Frauen wegen ihres Geschlechts getötet. Die Regierung um Präsident Evo Morales will Frauenmörder in Zukunft härter bestrafen - und veröffentlichte einen Notfallplan.

Evo Morales hat einen Notfallplan erstellt
ALEXEI DRUZHININ/SPUTNIK/KREMLIN POOL/EPA-EFE/REX

Evo Morales hat einen Notfallplan erstellt


Boliviens Regierung will härter gegen Morde an Frauen vorgehen. Präsident Evo Morales veröffentlichte auf Twitter einen Katalog mit Maßnahmen, auf die sich ein Sonderkabinett geeinigt hatte. Unter anderem soll geprüft werden, ob Frauenmorde völkerrechtlich als Verbrechen gegen die Menschlichkeit eingestuft werden können.

In dem südamerikanischen Land wurden nach Angaben des Senders CNN Español seit Beginn des Jahres 73 Frauen wegen ihres Geschlechts getötet. 2018 seien es 128 gewesen, schreibt die Zeitung "El Deber".

Der Notfallplan umfasst zehn Punkte. Demnach sollen künftig unter anderem im Bildungssystem, in Politik und Justiz, in privaten Firmen und in den Familien Maßnahmen ergriffen werden, um Gewalt gegen Frauen zu verhindern. "Wir müssen gemeinsam gegen dieses Übel vorgehen", schrieb Morales auf Twitter. "Es ist Zeit, die Straffreiheit zu beenden und die Probleme als Gesellschaft anzugehen."

2017 starben insgesamt 87.000 Frauen durch Tötungsdelikt

Durchschnittlich 137 Frauen werden weltweit pro Tag von ihrem Partner oder einem anderen Mitglied ihrer Familie getötet. Das geht aus einem veröffentlichten Bericht des Uno-Büros für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) hervor.

Demnach starben 2017 weltweit insgesamt 87.000 Frauen durch ein Tötungsdelikt. Mehr als jede zweite von ihnen - 50.000 Frauen - wurde vom aktuellen oder ehemaligen Partner oder anderen Familienangehörigen umgebracht. Dabei war in 30.000 Fällen der (Ex)-Partner der Täter.

Der Bericht stellte fest, dass kein greifbarer Fortschritt beim Schutz von Frauen erzielt worden sei. Die absolute Zahl der Frauen, die von einem Partner oder Familienmitglied umgebracht worden seien, sei sogar leicht gestiegen - von rund 48.000 im Jahr 2012 auf rund 50.000 im Jahr 2017.

In Deutschland wurden 2017 147 Frauen getötet. In Asien ist die Zahl der zu Hause getöteten Frauen laut Bericht am höchsten. Dort verzeichnete die Uno-Behörde im Jahr 2017 rund 20.000 von Partnern oder Familienangehörigen getötete Frauen.

bam/dpa



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