Bolivien Hungern für die Verstaatlichung

Mit drastischen Methoden will Boliviens Präsident Morales die Verstaatlichung des Energiesektors durchsetzen. Wenn der Kongress einem entsprechenden Gesetzentwurf nicht bald zustimmt, will er in den Hungerstreik treten.


La Paz - Evo Morales habe angekündigt, die Nahrungsaufnahme zu verweigern, wenn der Kongress in den kommenden
Tagen nicht einen Gesetzentwurf zur Verstaatlichung des Energiesektors billige, sagte Gastón Cornejo, Senator der Regierungsmehrheit, heute dem Radiosender Erbol. Die Vorlage sieht die Änderung von 44 Verträgen mit zehn internationalen Erdölgesellschaften vor. Die Abgeordnetenkammer, in der die Regierung die Mehrheit hat, hatte das Gesetz abgelehnt, nachdem es für den von der Opposition beherrschten Senat in 44 Einzelgesetze aufgespalten worden war.

Drohung mit Hungerstreik: Boliviens Präsident Morales
AP

Drohung mit Hungerstreik: Boliviens Präsident Morales

Nach Regierungsangaben ist eine Zustimmung zu dem Gesetz notwendig, um dem Staat bedeutende Einnahmen aus der Verstaatlichung des Öl- und Gassektors zu ermöglichen. Morales hatte im Mai vergangenen Jahres per Dekret die Verstaatlichung der Öl- und Gasindustrie seines Landes angeordnet und den ausländischen Unternehmen des Sektors sechs Monate Zeit gegeben, neue Verträge mit dem bolivianischen Staat auszuhandeln.

kai/AFP



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