Bombenanschläge Türkei Polizei nimmt Verdächtige fest

Nach dem Sprengstoffanschlag auf einen Bus in Istanbul hat die türkische Polizei drei Tatverdächtige aus der linksextremistischen Szene festgenommen. Mindestens vier Menschen waren in dem Fahrzeug getötet worden, darunter vermutlich auch eine Attentäterin.

Istanbul - Von der Festnahme am Donnerstagabend berichtet die türkische Nachrichtenagentur Anadolu. Provinzgouverneur Muammer Güler und Polizeipräsident Celalettin Cerrah gaben an, bei der Explosion in dem Istanbuler Linienbus handele es sich nicht um einen Selbstmordanschlag. Vermutlich habe jemand - möglicherweise eine Frau - den Sprengsatz bei sich getragen, der während der Fahrt, möglicherweise durch Erschütterungen, explodiert sei. Die Bombe explodierte, als der Bus gerade an einem Blutspendedienst des türkischen Roten Halbmonds vorbeifuhr. Ärzte und Retter waren sofort zur Stelle, um die mindestens vier Toten zu bergen und die rund 15 Verletzten zu versorgen.

Nur wenige Stunden zuvor war in der türkischen Hauptstadt Ankara ein Sprengsatz in unmittelbarer Nähe des Hilton-Hotels explodiert, in dem US-Präsident George W. Bush bei seinem eintägigen Türkei-Besuch am Sonntag untergebracht werden soll. Bei dieser Explosion wurden zwei Polizisten und ein Passant verletzt. Dort gab es zunächst keine Hinweise auf die Täter.

In Ankara hatte das Personal des Hilton-Hotels die Polizei auf ein verdächtiges Paket am Fuße einer Treppe aufmerksam gemacht. Als sich zwei Polizisten dem Paket näherten, sei die Bombe explodiert, sagte Ankaras Polizeipräsident Ercüment Yilmaz. Dabei wurde einer der Beamten schwer verletzt. Die Polizei riegelte die Umgebung des Hotels nach dem Anschlag ab.