Bombenanschlag in Syrien Israel liquidiert Hamas-Führer in Damaskus

Durch einen Bombenanschlag in der syrischen Hauptstadt Damaskus hat Israel einen hohen Funktionär der radikal-islamischen Palästinenserorganisation Hamas getötet. Zum ersten Mal verlagerte Israel damit seine Tötungs-Missionen gegen die Hamas nach Syrien.


Ein Junge mit dem Bild des getöteten Hamas-Anführers: "Dieser Mann lebte ein gefährliches Leben"
REUTERS

Ein Junge mit dem Bild des getöteten Hamas-Anführers: "Dieser Mann lebte ein gefährliches Leben"

Berlin - Hamas-Sprecher Abu Bilal in Damaskus bestätigte den Tod von Isseddin Sobhi al-Scheich Khalil, 42, aus Gaza. Es war das erste Attentat gegen einen Hamas-Aktivisten in Syrien. Ein "Palästinensisches Informationszentrum" in Damaskus teilte mit, der Funktionär sei im Damaszener Stadtviertel Zahra durch eine Autobombe getötet worden. Offenbar explodierte der Sprengsatz, als Khalil sein Auto starten wollte.

Die Hamas in den Palästinensergebieten erklärte umgehend, sie vermute den israelischen Geheimdienst hinter der Attacke. Wenige Minuten später bestätigte Israel die staatliche Todes-Mission. Zuerst hatten Behördenmitarbeiter der Nachrichtenagentur AP noch recht zynisch erklärt, der getötete Mann habe eben "ein gefährliches Leben" geführt.

Wrack des explodierten Autos: Gezielte Tötung auf fremden Gebiet
AFP

Wrack des explodierten Autos: Gezielte Tötung auf fremden Gebiet

Israel und die USA hatten die syrische Führung wiederholt aufgefordert, die Aktivitäten radikaler Palästinensergruppen in Damaskus zu unterbinden. Dort und in ganz Syrien hat die Hamas und andere Gruppen mehr oder minder freie Hand. Im Gaza-Streifen hat die israelische Armee bereits zahlreiche Funktionäre der Hamas und des Islamischen Dschihad getötet.

Erst kürzlich hatte die israelische Führung eine Fortsetzung dieser Taktik angekündigt, nachdem im Süden Israels wieder Autobomben explodiert waren. Nach dem israelischen Attentat in Damaskus am Sonntag schwor die Hamas umgehend Rache - durch weitere Anschläge in Israel.



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