Bombenanschlag Zwei Tote bei Explosion in Soho

Zum dritten Mal innerhalb von zwei Wochen explodierte in London ein Sprengkörper. Bei dem Anschlag vor einem bekannten Homosexuellen-Treffpunkt mitten im Herzen Londons wurden zwei Menschen getötet und 70 verletzt. Er hat vermutlich rechtsextreme Hintergründe. Die Polizei nahm zwei Tatverdächtige fest.

London - Scotland Yard teilte am Samstag mit, ein Mann sei am frühen Morgen in einem Ort südöstlich von London gefaßt worden. Ein anderer sei bereits am Freitag festgenommen wurden. Unklar war zunächst, ob die Polizei die Männer mit allen drei Anschlägen in Verbindung bringt, die vermutlich auf das Konto rechtsextremistischer Gewalttäter gehen. Beim dritten Anschlag auf ein als Treffpunkt von Homosexuellen bekanntes Lokal waren am Freitag zwei Menschen getötet und mehr als 70 verletzt worden.

Am Freitag hatte die Polizei bereits die Festnahme zweier Verdächtiger bekanntgegeben, die mit dem ersten Anschlag im Stadtteil Brixton am 17. April in Verbindung stehen sollen. Beide Männer wurden nach dem Verhör gegen Kaution freigelassen. In Brixton wurden 39 Menschen verletzt. Bei einer weiteren Bombenexplosion in Brick Lane wurden vor einer Woche sieben Menschen verletzt. Zu den ersten beiden zwei Anschlägen bekannte sich die rechtsextremistische Gruppe Combat 18. In beiden Stadtteilen leben überwiegend Menschen aus Bangladesch, Afrika oder der Karibik. Zur dritten und zugleich schwersten Tat bekannte sich in einem anonymen Anruf bei der BBC eine rassistische Gruppe namens Weiße Wölfe.

Der Sprengsatz explodierte gegen 19.35 Uhr (MESZ) im Pub "Admiral Duncan" im Herzen Sohos. Am Tatort herrschte nach Angaben eines Rettungssanitäters ein "surreales" Bild des Grauens. Die tödlich verletzten "sahen nicht mehr wie Menschen aus." Die Zeitung "Sunday Telegraph" berichtete, die Gruppe der Weißen Wölfe habe ein 15seitige Dokument unterzeichnet, das Anweisungen für eine Anschlagsserie mit Bomben enthielt und eine Woche vor dem ersten Attentat einem Radiosender zugefaxt worden sei. Der Londoner Polizeichef Paul Condon rief die Bevölkerung zu Ruhe und Wachsamkeit auf und warnte zugleich vor der Gefahr weiterer Anschläge gegen Minderheiten der Metropole. "Es ist eine Zeit, in der die Gemeinschaft zusammen handeln muß, um diese Feiglinge zu besiegen", sagte er. Der Chef der Antiterroreinheit von Scotland Yard, Alan Fry, sagte, die von dem Sprengsatz angerichteten Verletzungen deuteten eindeutig darauf hin, daß wie bei den beiden anderen Anschlägen eine Nagelbombe verwendet worden sei. Condon sagte, es handele sich offenkundig um eine Haßkampagne gegen die vielen in der Hauptstadt lebenden Minderheiten.