Flüchtlingsboot gekentert Zehn tote Kinder vor griechischer Insel

Wieder Ägäis, wieder Dutzende Tote: Vor der griechischen Insel Farmakonisi kamen mindestens 34 Menschen auf ihrem Weg nach Europa ums Leben - darunter Babys und Kleinkinder.

Erneut starben Dutzende auf ihrem Weg nach Europa: Im Mittelmeer sind mindestens 34 Flüchtlinge ertrunken. Die Nachrichtenagentur dpa berichtete gar von 38 Toten, darunter vier Babys und zehn kleine Kinder. Laut griechischer Küstenwache konnten 68 Menschen lebend aus dem Meer gerettet werden, weitere 30 kamen schwimmend an die Küste der unbewohnten griechischen Insel Farmakonisi an, 15 Kilometer vor der türkischen Grenze.

Mehr als 300.000 Flüchtlinge sind nach Angaben der Uno seit Januar über das Mittelmeer nach Europa gekommen. Stand: Ende August. Fast 200.000 von ihnen erreichten laut Uno-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) Griechenland erreicht, rund 110.000 Italien. Etwa 2500 Menschen seien bei der gefährlichen Reise ums Leben gekommen, täglich steigen Tausende weitere in Boote. Vor anderthalb Wochen hatten Fotos eines ertrunkenen syrischen Flüchtlingsjungen weltweit Bestürzung ausgelöst, dessen Leiche am Strand des türkischen Bodrum angeschwemmt wurde.

Bei der jüngsten Tragödie war das Schiff laut der griechischen Nachrichtenagentur ANA stark überladen, eine genaue Zahl der Menschen an Bord lag nicht vor. Taucher der Küstenwache fanden mindestens sieben der Todesopfer im Laderaum des gesunkenen Bootes. Örtliche Medien berichteten von verzweifelten Müttern, die ihre Kinder unter den Überlebenden suchten. Eine Frau soll zwei Kinder im Alter von jeweils neun Monaten und neun Jahren verloren haben, hieß es. Die meisten Flüchtlinge sollen den Berichten zufolge aus Syrien stammen.

Bereits am Samstag waren vor der Ägäisinsel Samos nahe der türkischen Küste fünf Flüchtlinge ertrunken. Die Wasserschutzpolizei konnte 24 Flüchtlinge bergen, nachdem ihr Boot vor Samos gekentert war.

Die griechische Übergangs-Ministerpräsidentin Vassiliki Thanou sagte bei einem Besuch auf der Insel Lesbos, Griechenland wende im Umgang mit der Flüchtlingskrise "strikt die europäischen und internationalen Verträge" an, "ohne Humanismus und Solidarität zu vergessen". Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte gefordert, die griechische Regierung müsse an einem besseren Schutz der EU-Außengrenzen mitwirken.

apr/AFP/dpa
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