Fragen zum Regierungsprogramm Häme für Boris Johnson nach Interview-Desaster

Stille und Gestammel: Der britische Außenminister Boris Johnson sollte in einem Radiointerview Stellung nehmen zum geplanten Regierungsprogramm. Das misslang gründlich.
Außenminister Johnson in London

Außenminister Johnson in London

Foto: NIKLAS HALLE'N/ AFP

Der britische Außenminister Boris Johnson hat sich in einem Radiointerview mit dem Sender BBC Fragen zum geplanten Regierungsprogramm von Premierministerin Theresa May gestellt. Doch bereits bei den Hauptpunkten der Agenda geriet Johnson ins Schleudern - und wird dafür nun im Netz veralbert.

Es begann mit der Frage des Moderators Eddie Mair. Er wollte wissen, was Premierministerin May gegen die Diskriminierung von Schwarzen im Justizsystem unternehmen wolle - ein Thema, das sie im vergangenen Wahlkampf selbst gesetzt hatte. Johnson laviert daraufhin: "Na ja, es gibt Maßnahmen, glaube ich, in einem Gesetzentwurf, der diese Themen adressiert. Ich denke, im Speziellen denken wir über eine Maßnahme nach... warten Sie kurz... es gibt eine ganze Reihe von Maßnahmen, die wir ergreifen wollen, um sicherzugehen, dass niemand diskriminiert wird." Im Hintergrund ist das Rascheln von Papier zu hören.

Empfohlener externer Inhalt
An dieser Stelle finden Sie einen externen Inhalt von Twitter, der den Artikel ergänzt und von der Redaktion empfohlen wird. Sie können ihn sich mit einem Klick anzeigen lassen und wieder ausblenden.
Externer Inhalt

Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Das Programm der Regierung für die kommende Sitzungsperiode war am Mittwoch traditionell von der Königin bei der sogenannten Queen's Speech verlesen worden. Die Monarchin hat auf die Inhalte keinen Einfluss und ist auch zu politischer Neutralität verpflichtet. Das Programm der konservativen Regierung unter May ist auf den Austritt aus der EU ausgerichtet - den Johnson wesentlich mit beworben hatte.

Die Frage des Moderators danach, wie das Programm dabei helfen würde, Arbeiterkinder die Aufnahme an Universitäten zu erleichtern, beantwortete Johnson zunächst nicht - als Moderator Mair dann auf den Themenpunkt mentale Gesundheit zu sprechen kam, schwenkte Johnson doch auf die erste Frage zurück. "Wir sind hier nicht in einer Sketch-Nummer", wiegelte Mair ab.

Die Bewertungen  des Interviews fallen bei Twitter-Nutzern noch vernichtender aus: "Kompletter Autounfall", "schwach und wabbelig", "Boris Johnson ist erledigt".

Zu dem Regierungsprogramm der Konservativen zählen acht Gesetzentwürfe, mit denen der Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union geregelt werden soll. Die Abgeordneten müssen das Programm noch billigen. Die Abstimmung ist de facto eine Vertrauensabstimmung für die Regierung. Sollten die Konservativen ihr Programm nicht durch das Parlament bekommen, hätte die Gegenseite - also Corbyns Labour-Partei - das Recht auf den nächsten Versuch.

vks
Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.