Britischer Premier Boris Johnson weiß nicht, was eine Wurst im Blätterteig kostet

Boris Johnson hatte den Mund voll genommen: Wenn es um Würstchen im Blätterteig gehe, sei er ein wahrer Kenner. Von wegen.

Boris Johnson im britischen Devon: "1,90 Pfund? Ich habe keine Ahnung"
Dan Kitwood/Pool via REUTERS

Boris Johnson im britischen Devon: "1,90 Pfund? Ich habe keine Ahnung"


Bei einer Wahlkampfveranstaltung vor wenigen Tagen prahlte Großbritanniens Regierungschef Boris Johnson noch scherzhaft: Er esse die im Land beliebten "sausage rolls" der Bäckereikette Greggs so oft, dass er praktisch "aus Greggs" bestehe. In einem Interview mit dem Radiosender LBC musste er nun zugeben, dass er nicht weiß, wie viel eine solche Wurst im Blätterteig kostet.

"Als sie das letzte mal eine 'sausage roll' bei Greggs kauften, Herr Premierminister, wie viel hat sie gekostet?", fragte der Moderator. Johnson lachte zuerst und stammelte dann: "Ich weiß es nicht, ich gebe auf." Das müsse er doch wissen, er bestehe doch aus Greggs, hakte der Moderator scherzend nach. "1,90 Pfund? Ich habe keine Ahnung", antwortete der Regierungschef.

Laut der Boulevardzeitung "Daily Mirror" lag Johnsons Schätzung deutlich über dem tatsächlichen Preis. Dieser betrage selbst im teuren Zentrum Londons nur 1,30 Pfund.

Johnson will keine Einmischung durch Trump - und schweigt zu seinen Kindern

Im Interview sprach Johnson unter anderem auch über den Brexit, seine Kinder und eine mögliche Einmischung Donald Trumps in den britischen Wahlkampf. Es wäre laut Johnson besser, wenn sich Trump bei seinem anstehenden Besuch in London nicht zur anstehenden Wahl in Großbritannien äußere. Die USA und Großbritannien mischten sich als Verbündete traditionell nicht in die Wahlkämpfe des jeweils anderen ein, sagte Johnson. Der US-Präsident reist kommende Woche zu einem Nato-Gipfel in die britische Hauptstadt.

Die Briten wählen am 12. Dezember ein neues Parlament. Umfragen zufolge liegen die Konservativen Johnsons deutlich vorne. Sollten die Tories bei der Wahl eine "funktionsfähige Mehrheit" erlangen, werde Großbritannien die EU "allerspätestens am 31. Januar" verlassen, sagte Johnson.

Ein Thema, zu dem sich Johnson nicht einlassen wollte, sind seine Kinder. Auf die Frage danach, wie viele er habe, sagt der britische Regierungschef: "Ich liebe meine Kinder sehr, aber sie stehen nicht zur Wahl, und deshalb werde ich das nicht kommentieren." Johnsons Liebes- und Familienleben war in der Vergangenheit häufig Thema in der britischen Klatschpresse.

asa



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