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30. Juni 2016, 12:57 Uhr

Cameron-Nachfolge

Boris Johnson will nicht britischer Premier werden

Er war das Gesicht des Brexit-Wahlkampfs und galt als sicherer Kandidat für die Cameron-Nachfolge. Doch Boris Johnson traut sich überraschend nicht, sich als Premierminister zu bewerben.

Er wartete mit der Verkündung seiner Entscheidung bis kurz vor dem Ende der Bewerbungsfrist: Boris Johnson wird nicht für das Amt des nächsten Premierministers Großbritanniens kandidieren.

Er habe sich mit Kollegen ausgetauscht und sei angesichts der derzeitigen "Umstände im Parlament" zu dem Schluss gekommen, nicht als nächster Vorsitzender der britischen Konservativen antreten zu wollen, sagte er am Donnerstag.

Die Personalie ist eine Überraschung. Der ehemalige Londoner Bürgermeister war das Gesicht des Brexit-Wahlkampfs und galt unter den möglichen Kandidaten um den Premier-Posten als Favorit. Seit dem Ausgang des Referendums wurde ihm von vielen Seiten unterstellt, so sehr für den Brexit getrommelt zu haben, um als Nachfolger von Premier David Cameron in die Downing Street ziehen zu können.

Derweil wird die Liste der Bewerber für das Amt des britischen Premierministers immer länger. Nach einem Bericht der BBC wollen sowohl Justizminister Michael Gove als auch Energieministerin Andrea Leadsom David Cameron als Parteichefin beerben. Leadsom hatte sich für einen Brexit ausgesprochen.

Innenministerin Theresa May hatte schon zuvor ihre Ambitionen um das Amt öffentlich gemacht. Sie würde als Regierungschefin den offiziellen Ausstieg Großbritanniens aus der EU erst Ende des Jahres einreichen, teilte sie nun mit. Cameron hatte angekündigt, den Artikel 50 der EU-Verträge und damit das Austrittsgesuch nicht aktivieren zu wollen. Das überlasse er seinem Nachfolger.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte seitdem mehrfach klargemacht, dass es weder formelle noch informelle Gespräche mit Großbritannien über die Umstände des EU-Ausstiegs geben wird, solange der Antrag nicht eingereicht ist. Unter anderem Frankreichs Präsident François Hollande drängte die Briten, den Prozess so schnell wie möglich anzustoßen.

vks/dpa/Reuters

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