Libyen Jordaniens Botschafter gegen Extremisten eingetauscht

Um den Botschafter Fawas Aitan aus der Gewalt seiner Kidnapper zu befreien, haben sich die jordanischen Behörden offenbar auf einen Deal eingelassen. Sie entließen einen libyschen Extremisten aus der Haft.

Der jordanische Botschafter Aitan: Von Vermummten überfallen und verschleppt
AFP

Der jordanische Botschafter Aitan: Von Vermummten überfallen und verschleppt


Tripolis/Amman - Die Entführer eines jordanischen Botschafters hatten nur eine Forderung: Sie würden Fawas Aitan auf freien Fuß setzen, wenn dafür ein libyscher Terrorist aus dem Gefängnis entlassen würde. Nun haben die jordanischen Behörden die Forderung der Kidnapper offenbar erfüllt. Aitan sei auf dem Weg in seine Heimat, sagte Außenminister Nasser Dschauda.

Vor wenigen Wochen war der jordanische Diplomat in seinem Auto von Vermummten überfallen und verschleppt worden. Damals war zunächst über die Forderungen der Täter spekuliert worden. Das jordanische Nachrichtenportal "Ammonnews" berichtete nun, bei den Entführern handele es sich um Angehörige des Stammes von Terrorist Mohammed al-Dersi.

Ein Flugzeug brachte den bislang inhaftierten Extremisten Dersi in die libysche Hauptstadt Tripolis. Er war in Jordanien zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Der Libyer soll 2006 an der Vorbereitung eines Sprengstoffanschlags am Flughafen von Amman beteiligt gewesen sein. In dieser Zeit hatten militante arabische Islamisten, die sich im benachbarten Irak zusammengerottet hatten, mehrere Anschläge in Jordanien verübt.

Nach dem Sturz von Langzeitdiktator Muammar al-Gaddafi halten sich viele Milizen in Libyen auf. Die Regierung hat es bislang nicht geschafft, diese Gruppen zu entwaffnen. Die Entführer von Aitan sollen in den vergangenen Wochen ein Angebot von Qaida-Terroristen abgelehnt haben, die ihnen die jordanische Geisel angeblich für viel Geld hatten "abkaufen" wollen.

vks/dpa

insgesamt 2 Beiträge
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recepcik 13.05.2014
1. Diesem Artikel kann man auch entnehmen
wie Jordanien die Terrorwelle im eigenen Land gestoppt hat. In dem sie mit den Terroristen einen Deal eingegangen ist. Seit dem Jordanien logistische Unterstützung für die Terroristen in Syrien leistet gibt es keine Terroranschläge im eigenen Land. Also dealt Jordanien gerne mit Terroristen.
team_gleichklang_de 13.05.2014
2. horrorstaat
In libyen haben wir dazu beigetragen, ein die menschenrechte verletzendes land in einen absoluten horrorstaat zu verwandeln. Nicht mehr das basalste recht auf sicherheit undunversehrtheit ist gewährleistet. Die tausenden libyschen verschleppten und gefolterten, tauscht niemand aus. Stattdessen erdreisten wir uns , uns weiterhin dieser "menschenrechtstat" zu rühmen. Die ukraine zeigt, dass wir wirklich seither nichts gelernt haben. Wir sind gewohnt, auf andere länder zu zeigen, in wirklichkeit sollten wir uns an erster stelle selbst schämen für das leid, welches wir anderen völkern bereiten, deren mitglieder wir skrupellos im meer ertrinken oder abschieben lassen, wenn sie aus durch uns verursachter not zu uns kommen.
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