Brasilien Richter ordnet Freilassung von Ex-Präsident Lula an

Vor drei Monaten hat Brasiliens ehemaliger Staatschef Lula eine zwölfjährige Haftstrafe angetreten. Doch nun hat ein Richter entschieden: Der 72-Jährige soll entlassen werden.
Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva (Archivbild)

Brasiliens Ex-Präsident Luiz Inacio Lula da Silva (Archivbild)

Foto: Nacho Doce/ REUTERS

Der zu einer zwölfjährigen Freiheitsstrafe verurteilte brasilianische Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva soll vorerst aus der Haft entlassen werden. Das ordnete ein Bundesrichter an. Demnach gebe es keine rechtliche Grundlage für Lulas Inhaftierung.

Damit gab der Richter einem Antrag auf eine einstweilige Verfügung von mehreren Abgeordneten von Lulas linker Arbeiterpartei statt. Der 72-Jährige kann das Berufungsverfahren gegen sein Urteil somit möglicherweise in Freiheit abwarten.

Wegen Korruption verbüßt Lula seit April eine zwölfjährige Freiheitsstrafe. Der Ex-Präsident ist in einen Skandal um Schmiergelder bei Auftragsvergaben an den staatlichen Ölkonzern Petrobras verwickelt. Unter anderem soll er von dem Bauunternehmen OAS die Renovierung eines Luxus-Appartements angenommen haben.

Wahl-Favorit trotz Haft

Lula weist die Vorwürfe zurück. Er bezichtigte Brasiliens leitenden Anti-Korruptions-Richter Sérgio Moro der Lüge. Justiz und Medien hätten ihn davon abhalten wollen, bei der diesjährigen Präsidentschaftswahl zu kandidieren.

Der ehemalige Gewerkschafter Lula gilt als Favorit für die Präsidentschaftswahl im Oktober. In Umfragen lag er trotz seiner Inhaftierung in Führung. Lula war zwischen 2003 und 2011 brasilianischer Staatschef.

jpz/dpa/AFP/Reuters
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