Präsident Brasiliens Bolsonaro kritisiert Kriminalisierung von Homophobie

Das Oberste Gericht in Brasilien hatte die Diskriminierung von Homo- und Transsexuellen kürzlich für strafbar erklärt. Dem Präsidenten des Landes gefällt das offenbar gar nicht.

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro
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Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro


Brasiliens rechtsradikaler Staatschef Jair Bolsonaro hält die Kriminalisierung von Homophobie durch das Oberste Gericht des Landes für problematisch. Die Entscheidung könne Homosexuellen "wehtun", weil Unternehmen es sich aus Angst, der Homophobie beschuldigt zu werden, "zweimal überlegen" würden, sie einzustellen, sagte Bolsonaro. Zudem argumentierte er, das Gericht habe "komplett Unrecht", weil es sich in die Gesetzgebung eingemischt habe.

Das Oberste Gericht Brasiliens hatte Homophobie offiziell als Verbrechen eingestuft. Acht von elf Richtern sprachen sich dafür aus, Anfeindungen gegenüber Homo- und Transsexuellen analog zu rassistischen Verbrechen künftig als Straftat zu werten. Rassistische Straftaten können in Brasilien mit Haftstrafen von bis zu drei Jahren oder Geldstrafen bestraft werden.

Dieser Schritt war schon länger von der Homosexuellenbewegung gefordert worden. Aktivisten bezeichneten das Ergebnis als Meilenstein in der brasilianischen Justizgeschichte.

Anfeindungen gegen Schwule, Lesben und Transsexuelle nehmen zu

Bolsonaro hatte in der Vergangenheit immer wieder mit homophoben Sprüchen Entsetzen ausgelöst. Unter anderem hatte der Politiker gesagt, dass er nicht wolle, dass aus seinem Heimatland "ein Paradies für schwule Touristen" würde. Im Wahlkampf hatte er gesagt, dass er lieber "einen toten als einen schwulen Sohn" haben wolle.

In Brasilien hatten Anfeindungen gegen Schwule, Lesben und Transsexuelle in den vergangenen Jahren zugenommen. Nach Angaben der Organisation Grupo Gay de Bahia, die seit vier Jahrzehnten Statistiken erstellt, gab es in Brasilien allein im Jahr 2017 bei 387 Tötungsdelikten und 58 Suiziden einen homophoben Hintergrund. Im Vergleich zu 2016 bedeutete dies einen Anstieg um 30 Prozent.

In Brasilien sorgen Generalstreiks aktuell für Chaos auf den Straßen. Bolsonaro plant, das Renteneintrittsalter auf 65 Jahre für Männer und 62 Jahre für Frauen zu erhöhen. Zehntausende Menschen gingen auf die Straßen. (Mehr dazu lesen Sie hier).

bam/AFP



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