NSA-Affäre Brasilien lehnt Asyl-Deal mit Snowden ab

Brasília wird Edward Snowden das Asyl verweigern. Der Whistleblower hatte die Aufklärung der NSA-Ausspähungen in Brasilien angeboten - im Gegenzug für politisches Asyl. Das Tauschgeschäft ist der brasilianischen Regierung nicht lukrativ genug.

Im Sommer lebt Snowden in Russland. Seine nächste Station ist noch ungewiss, Brasilien wird es nicht sein
AP/ LifeNews via Rossia 24

Im Sommer lebt Snowden in Russland. Seine nächste Station ist noch ungewiss, Brasilien wird es nicht sein


Rio de Janeiro/Brasília - Die brasilianische Regierung wird nicht auf den Asyl-Deal von Edward Snowden eingehen. Der frühere NSA-Mitarbeiter hatte angeboten, bei der Aufklärung der US-Geheimdienstaktionen gegen Brasilien mitzuhelfen. Im Austausch bat Snowden um dauerhaftes politisches Asyl, wie er am Montag in einem offenen Brief an die brasilianische Bevölkerung mitteilte.

Wie ein Sprecher des Außenministeriums in Brasília am Mittwoch jedoch bestätigte, sei bislang kein offizieller Asylantrag eingegangen. Darüber hinaus wird die brasilianische Regierung auf keinen Deal mit dem Whistleblower eingehen, so der Sprecher.

Regierungsanhänger und Oppositionelle waren sich uneinig, ob diese ablehnende Haltung richtig sei. Der brasilianische Senator Ricardo Ferraço schrieb auf Twitter: "Brasilien sollte sich diese Möglichkeit nicht entgehen lassen, Edward Snowden Asyl zu gewähren. Gerade er war der Schlüssel, das US-Spionagesystem zu entwirren."

Beziehungen zu den USA stark abgekühlt

Oppositionspolitiker hingegen mahnten die Regierung um Präsidentin Dilma Rousseff, die guten Handelsbeziehungen mit den USA nicht zu gefährden. Die USA ist noch immer der wichtigste Handelspartner für Brasilien, obwohl die Beziehungen durch den Abhörskandal im August stark abkühlten.

Unter anderem war in den Enthüllungen von Snowden ans Licht gekommen, dass das Handy von Rousseff offenbar abgehört wurde. Rousseff hatte im Zuge des Überwachungsskandals unter anderem einen Washington-Besuch im Oktober abgesagt. Snowden teilte in seinem Brief mit, die heftige Kritik der brasilianischen Regierung an den Spähaktivitäten der NSA habe ihn beeindruckt.

Seit August lebt Snowden in Russland, sein Asyl ist aber nur auf ein Jahr begrenzt. Schon im Sommer hatte Snowden unter anderem einen Asylantrag in Brasilien beantragt, damals jedoch keine Antwort erhalten.

cth/Reuters



insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
ein anderer 18.12.2013
1. ...
Zitat von sysopAP/ LifeNews via Rossia 24Brasília wird dem Whistleblower Edward Snowden das Asyl verweigern. Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter hatte die Aufklärung der Ausspähungen in Brasilien angeboten - Im Gegenzug für politisches Asyl. Das Tauschgeschäft ist der brasilianischen Regierung nicht lukrativ genug. http://www.spiegel.de/politik/ausland/brasilien-lehnt-asyl-fuer-snowden-ab-a-939761.html
Weise Entscheidung, denn Brasilien ist noch weit entfernt von einem stabilen System. Die Schlapphüte die auf der 4. Flotte um den Kontinent herumtingeln hätten ein leichtes Spiel die Unzufriedenheit in Brasilien zu kanalisieren um die Regierung zu stürzen.
personanongrata 18.12.2013
2. Oh!
Zitat von sysopAP/ LifeNews via Rossia 24Brasília wird dem Whistleblower Edward Snowden das Asyl verweigern. Der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter hatte die Aufklärung der Ausspähungen in Brasilien angeboten - Im Gegenzug für politisches Asyl. Das Tauschgeschäft ist der brasilianischen Regierung nicht lukrativ genug. http://www.spiegel.de/politik/ausland/brasilien-lehnt-asyl-fuer-snowden-ab-a-939761.html
Gefällt es Herrn Snowden schon nicht mehr in Moskau?! Bei soviel putinesischer Gastfreundschaft?
bertholdalfredrosswag 18.12.2013
3. optional
Hätte Edward Snowden geahnt was er jetzt weiß hätte er sicherlich nichts veröffentlicht. Grob gesagt, wir sind es nicht wert aufgeklärt zu werden. Nun weiß es alle Welt, dass, wir doch lieber unaufgeklärt bleiben möchten. Man hält es doch lieber mit dem Sprichwort: "Was ich nicht weiß macht mich nicht heiß." Er hat da einiges nicht richtig eingeschätzt, was ihm sicher inzwischen selbst klar ist. Was könnte man ihm nun raten? Ich weiß es nicht.
Manwirddasdochsagendürfen 18.12.2013
4. Winterwetter
Der Winter in Rio ist zwar angenehmer als in Moskau. Aber an das Wetter musst du dich gewöhnen. Ed bleibe in Russland, da bist du sicher! In Südamerika, im Hinterhof der USA ist das Risiko groß, dass dich die CIA-Häscher schnappen und nach Guantanamo bringen.
gaveston 18.12.2013
5.
Zitat von ein andererWeise Entscheidung, denn Brasilien ist noch weit entfernt von einem stabilen System. Die Schlapphüte die auf der 4. Flotte um den Kontinent herumtingeln hätten ein leichtes Spiel die Unzufriedenheit in Brasilien zu kanalisieren um die Regierung zu stürzen.
Also keine "weise" Entscheidung, sondern eine "feige" Entscheidung!
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