Krawalle in Rio de Janeiro Lehrer liefern sich Straßenschlachten mit Polizei

Hunderte Lehrer sind in Rio de Janeiro auf die Straße gegangen, sie fordern mehr Gehalt und bessere Aufstiegschancen. Der Protest endete gewaltsam: Die Polizei setzte Gummigeschosse und Tränengas ein. Mindestens 15 Menschen wurden verletzt.


Rio de Janeiro - Chaos in der brasilianischen Metropole Rio de Janeiro: Hunderte Lehrer haben dort am Dienstag für bessere Arbeitsbedingungen demonstriert. Als sie versuchten, das Stadtratsgebäude zu stürmen, setzte die Polizei Tränengas ein und feuerte mit Gummigeschossen in die Menge. Mindestens 15 Menschen wurden verletzt, darunter neun Polizisten.

Dutzende Menschen flüchteten vor den Krawallen in das nahegelegene Odeon-Kino, in dem derzeit ein Filmfestival stattfindet. Die Vorführungen mussten den Veranstaltern zufolge verschoben werden. Schon am Montagabend war es vor dem Kino zu Protesten gekommen: Hunderte Festival-Besucher, die das Gebäude gerade verlassen wollten, flüchteten daraufhin wieder ins Innere.

Am Dienstag war die Polizei mit rund 700 Beamten im Einsatz. Die Lehrer aus städtischen Vor- und Grundschulen protestieren seit insgesamt 46 Tagen. Sie wollen wir allem höhere Gehälter und bessere Aufstiegschancen.

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Proteste in Rio de Janeiro: Lehrer gegen Polizisten

Die vorgeschlagene Lohnerhöhung von Bürgermeister Eduardo Paes reicht vielen Beamten nicht. Zudem sollen neue Regeln für die berufliche Eingruppierung und den Aufstieg offenbar nur für Lehrer gelten, die 40 Stunden pro Woche an einer Schule arbeiten. Das trifft auf zahlreiche Lehrer allerdings nicht zu, weil sie an verschiedenen Schulen unterrichten müssen, um ihr wöchentliches Pensum zu erfüllen.

Die Polizei in Rio de Janeiro wurde in den vergangenen Monaten immer wieder für ihr harsches Vorgehen gegen Demonstranten kritisiert. Im Juni waren in Brasilien Millionen Menschen auf die Straßen gegangen, um gegen Korruption und Armut zu protestieren. Der Zorn der Demonstranten richtet sich auch gegen Milliardenausgaben des Staates für Großereignisse wie die Fußballweltmeisterschaft im kommenden Jahr und die Olympischen Sommerspiele im Jahr 2016.

aar/AP/AFP



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pom_muc 02.10.2013
1.
Zitat von sysopDPAHunderte Lehrer sind in Rio de Janeiro auf die Straße gegangen, sie fordern mehr Gehalt und bessere Aufstiegschancen. Der Protest endete gewaltsam: Die Polizei setzte Gummigeschosse und Tränengas ein. http://www.spiegel.de/politik/ausland/brasilien-lehrer-protestieren-in-rio-de-janeiro-fuer-mehr-gehalt-a-925673.html
Die immer für MEHR Sozialismus werbenden Lehrer haben anscheinend übersehen dass es für sie im Sozialismus nur noch Durchschnittsgehälter gibt. Auf Kuba wechseln Lehrer auch mal in Kellner-Jobs. Weil man mit dem Trinkgeld kapitalistischer Touristen in einer Woche mehr verdienen kann als ein Lehrer im Monat. Der im Staatsdienst angestellte Bauer auf Kuba verdient etwa "sozial gerecht" 10% weniger als der Lehrer. Auf diese Gehaltsangleichung sollten sich die brasilianischen Lehrer im sozialistischen Brasilien einstellen. Also mal schauen was der einheimische Bauer so bekommt statt zu streiken. Und ganz genau hinschauen wie man auf Kuba mit "konterrevolutionären Volksverhetzern" umgeht. Dort streikt schon seit Jahrzehnten keiner mehr.
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