Brasilien Snowden will Informationen gegen Asyl tauschen

Edward Snowden bietet Brasilien ein brisantes Tauschgeschäft: Der Whistleblower will weitere Details der Abhörpraxis des amerikanischen Geheimdienstes NSA mit der Regierung des Landes teilen. Dafür fordert er dauerhaftes politisches Asyl.

Whistleblower Snowden: Informationen gegen Asyl in Brasilien
DPA/ Wikileaks

Whistleblower Snowden: Informationen gegen Asyl in Brasilien


Rio de Janeiro/Brasília - Der Whistleblower Edward Snowden hat einen offenen Brief an die brasilianische Bevölkerung geschrieben: Er sei bereit, der Regierung in Brasília bei den Nachforschungen über etwaige amerikanische Spionagetätigkeit zu helfen. Allerdings gehe das nur, wenn der in dem Land politisches Asyl erhalte.

Das "Folha de S. Paulo Newspaper" veröffentlichte das Schreiben am Dienstag. Snowden teilt darin mit, die heftige Kritik der brasilianischen Regierung an den Spähaktivitäten der NSA habe ihn beeindruckt. Unter anderem war in den Enthüllungen ans Licht gekommen, dass das Handy von Präsidentin Dilma Rousseff offenbar abgehört wurde.

Roussef hatte im Zuge des Überwachungsskandals unter anderem einen Washington-Besuch im Oktober abgesagt. Zudem hatte sie kurze Zeit nach den Enthüllungen gesetzliche und technische Maßnahmen auf den Weg gebracht, um ihr Land vor der Überwachung der Geheimdienste zu schützen. Brasilianische Politiker hatten um Snowdens Hilfe bei der Aufklärung gebeten.

"Ich habe meine Bereitschaft ausgedrückt mitzuhelfen, sofern es angebracht und legal ist, aber leider hat die US-Regierung viel dafür getan, um meine Möglichkeiten zu beschränken", steht in Snowdens Brief. Dieser wurde nur in portugiesischer Übersetzung veröffentlicht.

Bis ein Land ihm dauerhaftes Asyl gewähre, werde die amerikanische Regierung versuchen, ihn daran hindern, sich zu äußern, schreibt der ehemalige Geheimdienstmitarbeiter weiter.

Eine Antwort von Präsidentin oder Außenministerium auf den offenen Brief gab es bisher noch nicht.

juh/ade/AP



insgesamt 9 Beiträge
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philipkdi 17.12.2013
1. Gebts ihm...
...doch endlich. Vielleicht haben die Brasilianer mehr Courage als Mutti.
simsonsim 17.12.2013
2. Es ist mehr als peinlich,
dass dieser Held immer noch kein Asyl bekommt. Irgendwann werden die NSA vor Gericht stehen und tausende gleichgesinnte werden sich schämen, was Sie der eigenen und anderen Bevölkerungen angetan haben ... wacht auf es ist höchste Zeit!!!
jjcamera 17.12.2013
3. Nichts Neues im Westen
Zitat von sysopDPA/ WikileaksEdward Snowden bietet Brasilien ein brisantes Tauschgeschäft: Der Whistleblower will weitere Details der Abhörpraxis des amerikanischen Geheimdienstes NSA mit der Regierung des Landes teilen. Dafür fordert er dauerhaftes politisches Asyl. http://www.spiegel.de/politik/ausland/brasilien-snowden-bietet-informationen-im-tausch-gegen-asyl-a-939593.html
Nachdem Snowden bereits verpfiffen hat, dass die NSA praktisch den gesamten Internet-, eMail- und Mobiltelefonieverkehr der gesamten Welt abhört, bin ich gespannt, was er so Neues für die Brasilianer hat.
Wildes Herz 17.12.2013
4.
Zitat von simsonsimdass dieser Held immer noch kein Asyl bekommt. Irgendwann werden die NSA vor Gericht stehen und tausende gleichgesinnte werden sich schämen, was Sie der eigenen und anderen Bevölkerungen angetan haben ... wacht auf es ist höchste Zeit!!!
In einer gerechten Welt müssten sämtliche Staatschefs der Erde vor der Unterkunft von Edward Snowden Schlange stehen, mit einem Einreisevisum winken und ihm ein Fünf-Sterne-Asyl auf Lebenszeit anbieten!
Forums-Geschwurbel 17.12.2013
5.
Zitat von Wildes HerzIn einer gerechten Welt müssten sämtliche Staatschefs der Erde vor der Unterkunft von Edward Snowden Schlange stehen, mit einem Einreisevisum winken und ihm ein Fünf-Sterne-Asyl auf Lebenszeit anbieten!
Die Staatschefs, die wissen, dass ihre Dienste im Prinzip nichts anderes machen, als das, wofür die NSA angeprangert wird ? Inklusive der Staatschefs, die wissen, dass ihre Dienste seit etlichen Jahren Hand in Hand mit der NSA arbeiten, so wie's der deutsche BND seit Ewigkeiten tut ? Das wäre wohl der Gipfel der Scheinheiligkeit ... da dies vielen Leuten sehr wohl bekannt ist (die, die bei "NSA" nur noch gelangweilt weiterclicken), stehen die Staatschefs eben NICHT "in Schlange", um mit Einreisevisen zu wedeln. Diese Peinlichkeit wollen die sich wohl ersparen ...
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