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09. Juni 2014, 13:39 Uhr

Streik vor WM-Start

Polizei setzt Blendgranaten gegen Demonstranten ein

Kurz vor Anpfiff der Fußball-WM ist es in São Paulo zu Scharmützeln zwischen Polizisten und Demonstranten gekommen. Obendrein streikt auch noch das U-Bahn-Personal - kurz vor dem Auftaktspiel droht der Verkehrsinfarkt.

São Paulo - In São Paulo ist es erneut zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen - drei Tage vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft. Einsatzkräfte gingen mit Blendgranaten und Tränengas gegen etwa 150 Protestierende vor, berichten die französische Nachrichtenagentur AFP und die brasilianische Tageszeitung "O Globo".

Die Demonstranten hatten am frühen Morgen den seit Tagen anhaltenden Streik der U-Bahn-Beschäftigten unterstützt und den Verkehr auf einer Hauptverkehrsstraße von São Paulo mit brennenden Mülltonnen blockiert. 13 Personen wurden von der Polizei vorübergehend in Gewahrsam genommen.

In der 20-Millionen-Metropole São Paulo findet am Donnerstag das Eröffnungsspiel der WM zwischen Brasilien und Kroatien statt. Am Dienstag und Mittwoch hält der Fußballweltverband FIFA zudem seinen Kongress in der Millionenmetropole ab. Ausgerechnet jetzt droht der Wirtschaftsmetropole ein anhaltendes Verkehrschaos. Rund 4,5 Millionen Menschen benutzen normalerweise täglich die U-Bahn. Am Montag lief zeitweise nur auf zwei der fünf Linien der Betrieb normal, berichtet "O Globo".

Die U-Bahn-Beschäftigten streiken seit Donnerstag für höhere Löhne. Am Sonntag hatte ein Arbeitsgericht den Ausstand für illegal erklärt, die Streikenden beschlossen dennoch weiterzumachen. Am frühen Montagmorgen wurde der seit fünf Tagen anhaltende Ausstand der U-Bahn-Bediensteten fortgesetzt. Die Demonstranten skandierten lautstark "Nein zu Repressalien", bevor die Ordnungskräfte gegen sie vorgingen.

Bereits in der vergangenen Woche hatte es einen Polizeieinsatz gegen Streikposten gegeben, dabei waren Schlagstöcke und Tränengas eingesetzt worden.

ssu/AFP/sid

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