Schwarze LGBTQ-Szene in Brasilien Generation Umbruch

Unter Präsident Bolsonaro sind Rassismus und Gewalt gegen Afrobrasilianer und queere Menschen an der Tagesordnung. Doch immer mehr Mitglieder der LGBTQ-Community wehren sich - Fotografin Carolina Arantes hat sie getroffen.

Carolina Arantes

"Ich bin homophob und stolz darauf", sagte Jair Bolsonaro im Wahlkampf - und wurde brasilianischer Präsident. Seit seinem Wahlerfolg im Herbst 2018 nehmen Übergriffe gegen Homosexuelle und Transgender zu. Der schwule Abgeordnete Jean Wyllys verließ das Land wegen zunehmender Morddrohungen.

Die Fotografin Carolina Arantes stammt aus Brasilien. Sie hat diejenigen getroffen, die am meisten unter dem rechtsextremen Präsidenten und der Stimmung im Land leiden, die sich aber nicht mehr verstecken wollen. In Brasilien habe sich eine Bewegung gebildet, die gegen Unterdrückung kämpft, die "Generation Tombamento", sagt Arantes. Tombamento bedeutet so viel wie Umsturz oder Umbruch.

Die Generation Tombamento sei eine afrobrasilianische Bewegung, die sich hauptsächlich aus Frauen und Mitgliedern der LGBTQ-Community zusammensetze, sagt Arantes. Sie feiern Partys, auf denen sie ihre Sexualität und ihre Identität frei ausleben können. Sie sind im Untergrund gestartet, doch sie werden immer sichtbarer, immer größer. Eine Auswahl von Arantes' Fotos sehen Sie in folgender Bilderstrecke:

Fotostrecke

14  Bilder
Diskriminierung in Brasilien: Jung, queer und schwarz
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