Bremer "Wir hatten im Irak nie genügend Truppen"


Washington - Der frühere US-Zivilverwalter im Irak, Paul Bremer, hat schwere Vorwürfe gegen das Pentagon erhoben. Es seien zu keiner Zeit ausreichend Bodentruppen entsendet worden, um im Irak nach dem Sturz Saddam Husseins für Frieden zu sorgen. Er sei am 6. Mai 2003 nach Bagdad gekommen und habe dort erschreckende Plünderungen und eine sehr unsichere Lage vorgefunden, sagte Bremer vor Versicherungsmanagern in White Sulphur Springs.

"Wir haben einen hohen Preis dafür bezahlt, dass wir die Gewalt nicht stoppen konnten. Dadurch wurde eine Atmosphäre der Gesetzlosigkeit geschaffen", sagte Bremer. Er war im Juni in die USA zurückgekehrt, nachdem er die Souveränität an eine irakische Übergangsregierung zurückgegeben hatte.

Ähnliche Vorwürfe wie der frühere Statthalter hatte im März 2003 auch der ehemalige Generalstabschef Eric Shinseki erhoben. Er forderte die Entsendung von mehreren Hunderttausend Soldaten, um das Land nach dem Krieg zu stabilisieren und einen Frieden zu sichern. Seine Einschätzung wurde damals von Verteidigungsminister Donald Rumsfeld und anderen Pentagon-Strategen energisch zurückgewiesen.

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