Verdacht auf sexuelle Übergriffe FBI darf Kavanaugh-Untersuchung ausweiten

Lügen über Alkoholkonsum, Verdacht auf schwere sexuelle Belästigung: Die Vorwürfe gegen Richterkandidat Kavanaugh wiegen schwer. Nun erlaubt US-Präsident Trump weitere Untersuchungen - unter einer Bedingung.

Protest gegen Brett Kavanaugh
AFP

Protest gegen Brett Kavanaugh


US-Präsident Donald Trump hat sich für eine umfassende, aber rasche Überprüfung der Vorwürfe gegen seinen Richterkandidaten Brett Kavanaugh durch das FBI ausgesprochen. Dazu ermächtigte er das FBI, seine Untersuchung zu Ermittlungen wegen sexuellen Missbrauchs auszuweiten, wie die "New York Times" unter Berufung auf zwei Sprecher aus dem Weißen Haus berichtet. Allerdings sollen die Untersuchungen demnach schon in einer Woche abgeschlossen sein.

Die Ermittler sollen jeden befragen, dessen Befragung sie für nötig erachten, sagte Trump. Er wolle aber, dass dies schnell gehe. Kavanaugh sei ein guter Mann und werde unfair behandelt. Sollte das FBI dennoch etwas entdecken, "werde ich das berücksichtigen".

Der erzkonservative Kavanaugh soll als Richter am obersten US-Gericht, dem Supreme Court, ernannt werden. Er ist Trumps Wunschkandidat. Oberste Richter dürfen ihr Amt in den USA lebenslang ausüben, was die Personalie so wichtig macht.

Kavanaughs Ernennung galt zunächst als sicher. Allerdings haben ihm inzwischen drei Frauen sexuelle Übergriffe vorgeworfen, die Jahrzehnte zurückliegen sollen. Kavanaugh weist dies kategorisch zurück.

In den USA finden Anfang November Kongresswahlen statt. Umfragen zufolge könnten Trumps Republikaner die Mehrheit im Senat verlieren. Die Ernennung von Kavanaugh oder eines ähnlich konservativen Richters wäre dann kaum noch denkbar.

Die neue Anordnung zu den ausgeweiteten FBI-Ermittlungen erfolgte erst nach Kritik der Demokraten. Sie hatten moniert, dass das Weiße Haus den Umfang der Ermittlungen zunächst beschränkt hatte. Die "NYT" berichtet zudem, das FBI habe bereits Interviews mit vier Zeugen abgeschlossen.

Trump sagte, dass er eine "umfassende" FBI-Untersuchung bevorzuge und kein Problem damit habe, wenn die Ermittler Kavanaugh selbst oder eine weitere Klägerin befragen wollten, die von der anfänglichen Zeugenliste gestrichen wurde.

Trump stellte allerdings auch klar, dass die Untersuchung nach dem Willen der republikanischen Mehrheit im Senat verlaufen müsse. Die Republikaner fordern, dass die Untersuchung binnen einer Woche abgeschlossen sein soll.

Video: Der Sinneswandel des Senators Jeff Flake

JIM LO SCALZO/EPA-EFE/REX/Shutterstock

lie/AP/Reuters

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