Trumps Richter-Kandidat Ex-Kommilitone erinnert sich an Kavanaugh als "heftigen Trinker"

Neue Probleme für Donald Trumps Richterkandidaten Brett Kavanaugh: Ein ehemaliger Studienfreund aus Yale wirft dem 53-Jährigen vor, die Unwahrheit über seinen Alkoholkonsum gesagt zu haben.

Brett Kavanaugh
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Brett Kavanaugh


Die mutmaßlichen sexuellen Übergriffe von Brett Kavanaugh werden mittlerweile vom FBI untersucht. Nun wirft ein ehemaliger Kommilitone dem Richterkandidaten von US-Präsident Donald Trump vor, er habe über seinen Alkoholkonsum während des Studiums falsche Angaben gemacht.

In einer am Sonntag veröffentlichten Erklärung erinnert sich Charles "Chad" Ludington, Kavanaugh habe während der gemeinsamen Studienzeit in Yale "häufig und heftig" getrunken. Ludington ergänzte, Kavanaugh sei oft streitsüchtig und aggressiv gewesen, wenn er betrunken war.

Zwar solle niemand sein Leben lang für Alkoholkonsum während der Jugend verurteilt werden, sagte Ludington. Aber er sei besorgt wegen der Aussagen, die Kavanaugh vor dem Justizausschuss des US-Senats unter Eid gemacht habe.

Trumps Kandidat für den frei gewordenen Richterposten am Supreme Court sieht sich mit Vorwürfen von drei Frauen zu sexuellen Übergriffen während seiner Highschool- und Studienzeit konfrontiert. Am Donnerstag hatte die Psychologieprofessorin Christine Blasey Ford vor dem Senatsausschuss im Detail geschildert, wie Kavanaugh sie vor 36 Jahren während einer Teenager-Party zu vergewaltigen versucht habe. Sie sagte, sie sei sich zu "100 Prozent" sicher, dass Kavanaugh der Angreifer gewesen sei.

Kavanaugh selbst stritt anschließend vor dem Ausschuss alle Vorwürfe ab. Er präsentierte sich als harmloser katholischer Familienvater, der zu seiner Highschool-und Studienzeit gerne mal ein Bier trank. Aber der niemals Frauen unsittlich berührte. "Wo kommen wir denn hin, wenn jeder, der gerne Bier trinkt, beschuldigt wird, ein Sexualtäter zu sein?" fragte er empört.

Trump bezeichnete die Vorwürfe als politisch motiviert, wies die Bundespolizei FBI am Freitag aber dennoch an, die Vorwürfe gegen Kavanaugh zu untersuchen. Die Abstimmung des US-Senats zu der Personalie verschiebt sich dadurch.

Video: Der Sinneswandel des Senators Jeff Flake

JIM LO SCALZO/EPA-EFE/REX/Shutterstock

cte/AP

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