Neue Umfragen Brexit-Anhänger liegen deutlich vorn

Kommt es wirklich zum EU-Austritt der Briten? Eine Woche vor dem Brexit-Referendum verunsichern zwei neue Umfragen die Proeuropäer.

Ukip-Chef Farage im Brexit-Wahlkampf
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Ukip-Chef Farage im Brexit-Wahlkampf


Bislang deutete alles auf ein Kopf-an-Kopf-Rennenbeim EU-Referendum am 23. Juni in Großbritannien hin. Doch zwei neue Umfragen sehen die Befürworter eines Austritts jetzt deutlich in Führung: Bei einer Befragung des Instituts YouGov für die "Times" sprachen sich 46 Prozent der Befragten für den Brexit aus. Das "Remain"-Lager ("Bleiben") kam demnach auf 39 Prozent, 11 Prozent der Befragten zeigten sich unentschlossen.

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Heft 24/2016
Warum wir die Briten brauchen. Why Germany needs the British

Eine Umfrage des Instituts ICM im Auftrag des "Guardian" kam zu dem Ergebnis, dass die "Leave"-Kampagne ("Rausgehen") mit 53 zu 47 Prozent führe. Das Lager der unentschlossenen Befragten wurde dabei nicht berücksichtigt.

Das Brexit-Lager wurde zudem durch eine Kampagne der Boulevardzeitung "Sun" befeuert. Das Blatt sprach sich am Dienstag in einem Kommentar auf der Titelseite für einen EU-Austritt aus. Die Briten sollten sich "vom diktatorischen Brüssel befreien", hieß es.

"Wir werden die wichtigste politische Entscheidung unseres Lebens treffen", schrieb die "Sun" an ihre 4,5 Millionen Leser. Sie fordere jeden Wähler dazu auf, beim EU-Referendum am 23. Juni mit "LEAVE" (verlassen) zu stimmen. Ihre Kampagne nannte die Zeitung "BeLEAVE in Britain", eine Wortneuschöpfung, die den Glauben der Briten an ihr Land ohne die EU stärken soll.

Dass die europaskeptische konservative Zeitung zum Brexit aufruft, ist angesichts der jüngsten Berichterstattung keine Überraschung. Die "Sun" war es auch, die für eine Titelgeschichte Anfang März mit der Schlagzeile "Queen unterstützt Brexit" gerügt worden war. Darin berichtete die britische Tageszeitung unter Berufung auf anonyme Quellen über zwei angeblich EU-kritische Bemerkungen der Königin.



insgesamt 239 Beiträge
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Snyder 14.06.2016
1.
Wer hätte gedacht, dass die Mehrheit der Briten zu so viel Weitsicht fähig sind. Ich bin positiv überrascht. Nein, liebe EU-Apologeten, am 23. Juni wird nicht die Welt untergehen, Großbritannien wird weiterbestehen und für Europa wird es ein guter Tag.
joerg.braenner 14.06.2016
2. Na dann...
Dann wissen wir ja, wann die nächste katastrophale Wirtschaftskrise für Europa beginnt. Mal sehen, ob wir diese auch noch überstehen werden oder ob das dann endgültig unser aller Ende ist.
obertroll 14.06.2016
3.
Und sie hätten damit recht, denn die EU ist nicht demokratisch, behindert den freien Wettbewerb mit anderen Firmen ausserhalb der EU, unsinnige Gesetze, Zuschüsse für EU-Beamte, u.v.a. Es wird schon seinen Grund haben, warum andere Regierungen in der EU, ihre Landsleute nicht entscheiden lassen.
1lauto 14.06.2016
4. abwarten und Tee trinken
Nordirland, Wales und Schottland werden dann unabhängig, der Kanaltunnel wird geflutet und die Börse geschlossen. Und dann?
Paspill 14.06.2016
5. Hoffentlich...
... reicht es für den Brexit. Und danach wundern sich wieder alle "Wirtschaftsexperten". Man erinnere sich nur an die Warnungen zum Mindestlohn! England wird es zwar deshalb nicht besser gehen, aber es ist hoffentlich ein Signal, dass kein Land in Europa dieses Bürokratiemonster in Brüssel und Straßbourg braucht.
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