Brexit-Debatte Boris Johnson warnt Obama vor Heuchelei

Boris Johnson ist seiner Rolle als Stimmungsmacher für den Brexit erneut gerecht geworden: Vor dem Besuch von Barack Obama in Großbritannien schickt er in der Sache eine Warnung an den US-Präsidenten.

Boris Johnson
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Der Londoner Bürgermeister und populäre Brexit-Befürworter Boris Johnson warnt Barack Obama: Sollte sich der US-Präsident bei seinem London-Besuch nächste Woche für den Verbleib Großbritanniens in der EU äußern, wäre dies "nackte Heuchelei".

Das Thema Brexit (EU-Austritt) spaltet die Briten und ist ein heikles Thema beim Obama-Besuch am kommenden Freitag und Samstag. Der US-Präsident favorisiert den Verbleib Großbritanniens in der Gemeinschaft, muss sich als Gast aber zurückhalten.

Die Amerikaner "würden nicht im Traum daran denken, Souveränität abzugeben", sagte Johnson am Samstag in einem BBC-Interview. Deshalb fände er es "bizarr", wenn die USA nun von Großbritannien fordere, zugunsten der EU auf Kontrolle zu verzichten.

Obama trifft sich mit Cameron und der Queen

"Alle profitieren davon, wenn die EU mit einer Stimme spricht", sagte ein enger Obama-Vertrauter in Washington. Doch die Entscheidung sei Sache der Briten. Obama besucht am Freitag Königin Elizabeth II. auf Schloss Windsor und trifft Premierminister David Cameron.

Die Briten müssen am 23. Juni in einem Referendum entscheiden, ob sie in der EU bleiben oder austreten wollen. Der Ausgang gilt als völlig offen. Cameron ist für Verbleib - doch sein Kabinett und seine konservative Partei sind tief zerstritten.

Boris Johnson hatte sich im Februar überraschend auf die Seite der EU-Gegner geschlagen. Viele Beobachter gehen davon aus, dass sich Johnson dadurch höhere Chancen ausmale, seinen Tory-Parteifreund Cameron als Premierminister zu beerben.

cst/dpa

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