Demo gegen Brexit "Hilfe, wir sind auf einer kleinen Insel gefangen"

Am Montag stimmt das britische Unterhaus über das EU-Austrittsgesetz ab. Zehntausende haben deshalb in London gegen den Austritt Großbritanniens aus der EU demonstriert und Regierungschefin Theresa May ausgebuht.

REUTERS

In London haben am Samstag Zehntausende Menschen gegen den Austritt Großbritanniens aus der EU protestiert. Der Protestzug, der unter anderem von Popmusiker Bob Geldof unterstützt wurde, zog mitten durch die Metropole bis zum Parlament.

Am Montag stimmt das britische Unterhaus erstmals über das EU-Austrittsgesetz (European Union Withdrawal Bill) ab. Auf der Grundlage des Gesetzes will die Regierung nach eigenem Gutdünken mehr als 12.000 EU-Vorschriften in nationales Recht umformen. Die Opposition spricht von einem Eingriff in die Gewaltenteilung. Bei der Abstimmung dürfte die Zukunft von Premierministerin Theresa May auf dem Spiel stehen. Sie ist seit der misslungenen Neuwahl im Juni politisch angeschlagen.

Viele Demonstranten waren in EU-Flaggen gehüllt und stoppten in der Downing Street, um May auszubuhen. "Hilfe - wir sind auf einer kleinen Insel gefangen, die von Verrückten gelenkt wird!", stand auf einem Spruchband. "Nehmt diesen Clowns die Kontrolle wieder ab!"

Der Austritt Großbritanniens aus der EU ist für März 2019 vorgesehen. 52 Prozent der Briten hatten sich im Juni 2016 für den Brexit entschieden.

vet/dpa/AFP

insgesamt 272 Beiträge
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Darwins Affe 09.09.2017
1. Komische Einstellung
Soll jetzt Theresa May wegen Zehntausend Demonstranten in London sagen, was geht mich die Volksabstimmung im Land an?
Minster 09.09.2017
2.
Die sollen mal aufhören zu heulen. Würde England heute noch eine Starke Nation sein, wie es in der alten Monarchie noch üblich war, hätten die eine Scheißdreck auf die EU und sonstwas gegeben. Die werden sich über die Jahre schon weiter entwickeln. Es fängt ja meistens erst in der Gesellschaft an und dann setzt sich das in der Wirtschaft fort. Insofern: Heul leise UK.
jgwmuc 09.09.2017
3. bleibt auf der sinkenden Insel
Brexit ist gut. Endlich verlassen die ständig nörgelnden Engländer die EU. Die permanenten sonderwünsche bald ist es hoffentlich vorbei.
flux71 09.09.2017
4.
Da sieht man immer noch, was bei Volksentscheiden dieser Tragweite geschieht: Die Politik macht einfach das, was die Mehrheit will, egal, was mit der Minderheit passiert. Und diese konkrete Minderheit beim Brexit-Votum war 48%! ACHTUNDVIERZIG! Das ist fast die Hälfte! Jeder ZWEITE Brite! Soll das eine kleine Randgruppe sein, die da überfahren wird? Gerade bei einem derart undeutlichen Wahlausgang sind Kompromisse gefragt. Für alles andere ist die "Minderheit" einfach viel zu groß. Es ist aber klar, dass gewisse rechtspopulistische Strömungen und Parteien sich den Volksentscheid zu Nutze machen, weil sie ja ganz klar nur auf Spaltung, Hass und Lügen aus sind. Ihnen sind Ängste viel wichtiger als Lösungen. Nein, ich bin nach wie vor STRIKT gegen Volksentscheide. Sie spalten die Gesellschaften. Und sie schaffen eine Stimmung im Land, die auf diesen Gefühlen fußt.
keine-#-ahnung 09.09.2017
5. Beeindruckende Mobilisierungskampagne ...
... meinen vollen Respekt für die "Anti-Brexiter"!! Bei irgendwas über 65.000.000 Millionen Einwohnern XX.000 auf die Strasse zu bringen - da kann das Dingens mit dem Brexit ja nur undemokratisch sein!!!!!
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