Nach Telefonat mit Merkel London sieht Brexit-Gespräche zum Scheitern verurteilt

Sind die Verhandlungen über einen geregelten EU-Austritt Großbritanniens am Ende? London glaubt nach einem Telefonat zwischen Boris Johnson und Angela Merkel offenbar nicht mehr an ihr Gelingen.

Boris Johnson vor der 10 Downing Street in London (Ende September): "prinzipiell unmöglich, nicht nur jetzt, sondern immer"
Dan Kitwood/Getty Images

Boris Johnson vor der 10 Downing Street in London (Ende September): "prinzipiell unmöglich, nicht nur jetzt, sondern immer"


Die britische Regierung glaubt offenbar nicht mehr an einen Erfolg der Gespräche über ein EU-Austrittsabkommen. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die der britische Sender Sky News aus Regierungskreisen erhalten haben will - und deren Echtheit der Nachrichtenagentur dpa vom Regierungssitz Downing Street bestätigt wurde.

Die Mitteilung nimmt Bezug auf ein Telefonat der Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Premierminister Boris Johnson am Morgen. In der Mitteilung heißt es, die EU habe eine neue Position bezogen. Merkel hatte Berichten zufolge in der Frage der Grenze zwischen Irland und Nordirland Kompromissbereitschaft von Johnson gefordert. Die Bundeskanzlerin machte demnach deutlich, dass ansonsten ein Brexit-Abkommen "extrem unwahrscheinlich" sein werde.

Dazu heißt es in der Mitteilung der Briten: "Wenn das eine neue, etablierte Position ist, dann bedeutet das, dass ein Abkommen prinzipiell unmöglich ist, nicht nur jetzt, sondern immer."

Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, bestätigte lediglich, dass das Telefonat stattgefunden habe. Zu den Inhalten äußerte er sich aber nicht. "Wie üblich berichten wir aus solchen vertraulichen Gesprächen nicht", teilte er der dpa auf Anfrage mit.

asa/dpa

insgesamt 157 Beiträge
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Mähtnix 08.10.2019
1.
Klar, logisch und konsequent. Jetzt kommt der Aufschub bzw. die Bitte. Und dann die vierte oder fünfte Staffel dieser Serie. Mal sehen, wann es ein neues Referendum und/oder Neuwahlen geben wird...
lawgiver74 08.10.2019
2. Man kann nicht an etwas glauben, was man so nie wirklich gewollt hat!
Als die Briten erstmals der Europäischen Gemeinschaft beitreten wollten, war es DeGaulle, der entschieden dagegen war. Einer der Gründe, die er hierfür nannte, war, dass die Briten in ihrer Sicht der Dinge, ihrer Politik und ihrer Wirtschaft zu verschieden von den Kontinentaleuropäern seien ... Dass DeGaulle mit seiner Einschätzung nicht ganz falsch lag, zeigen letztlich die vergangenen drei Jahre und das Unvermögen der Briten zu verstehen, worauf es den Europäern wirklich ankommt. Der Erfolg einer jeden Verhandlung, ist die Erkenntnis, welche Dinge meinem Verhandlungspartner wichtig sind.
p.bleith 08.10.2019
3. Bitte,bitte ......
lasst sie endlich gehen. Dieses Geschachere und hin und her muss doch mal vorbei sein. Ausserdem ein klares Signal für diejenigen , die auch rauswollen.
gewappnetTS 08.10.2019
4. Der schwarze Peter
Da ist es also, das Telefonat, auf dessen Basis man den britischen Wählern in Zukunft immer und immer wieder erklären wird, der harte Brexit mit all seinen Folgen sei die alleinige Schuld der EU und insbesondere der Deutschen. Misson accomplished.
DougStamper 08.10.2019
5. Wortlaut?
Der Wortlaut ist hier fragwürdig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Merkel das verlassen der Staatengemeinschaft verbietet, sondern nur das verlassen mit Abkommen an die Nordirlandfrage geknüpft hat.
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