Ex-Brexit-Minister David Davis erhebt Vorwürfe gegen Deutschland und die EU

"Feindselige Aktionen europäischer Staaten": Kurz vor dem Showdown meldet sich der ehemalige Brexit-Minister David Davis im SPIEGEL zu Wort. Er sagt: Theresa May wird scheitern - und Schuld daran trägt auch Angela Merkel.
Ex-Brexit-Minister David Davis

Ex-Brexit-Minister David Davis

Foto: Toby Melville/ REUTERS

Der ehemalige britische Brexit-Minister David Davis hat Deutschland und der EU Kompromisslosigkeit im Umgang mit dem Vereinigten Königreich vorgeworfen. "Europa war entschlossen, dafür zu sorgen, dass wir keinerlei Vorteile haben würden", sagt Davis im Interview in der aktuellen Ausgabe des SPIEGEL. Während sein Land in den Brexit-Verhandlungen versucht habe, "einen guten Ausgang für alle Seiten" zu finden, habe Brüssel voll auf Härte gesetzt: "Tatsächlich sagte Frau Merkel, wenn ich mich richtig erinnere, sinngemäß, dass Großbritannien auf keinen Fall vom Brexit profitieren dürfe." (Lesen Sie hier das vollständige Interview bei SPIEGEL+ .)

Davis, 70, war im Juli vergangenen Jahres aus Protest gegen den zu nachgiebigen Brexit-Kurs von Premierministerin Theresa May zurückgetreten. Über den von ihr mit der EU ausgehandelten Scheidungsdeal wird das britische Parlament vermutlich am kommenden Dienstag abstimmen. Das Unterhaus werde dem Plan ein schnelles Ende bereiten, prophezeit Davis im SPIEGEL: "Der Brexit-Deal wird scheitern. Und er wird auch scheitern, wenn man ihn, mit ein paar kosmetischen Korrekturen, ein zweites oder drittes Mal zur Abstimmung bringt".

Es gebe keinen Anlass, sich vor dem dann womöglich folgenden Chaos zu fürchten, so der Konservative. Er halte ein Ausscheiden aus der EU ohne jeden Deal für "beherrschbar": "Gut möglich, dass wir Lkw-Staus haben werden. Wer weiß, vielleicht werden wir auch feindselige Aktionen europäischer Staaten erleben. Aber was auch immer passiert, nach einem Jahr wird sich das alles gegeben haben." Anderslautende Vorhersagen seien "Angstmachergeschichten".

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