Hitzige Brexit-Debatte im Unterhaus Corbyn soll May "dumme Frau" genannt haben

Im Unterhaus liegen die Nerven beim Streit über den Brexit-Vertrag blank. In einer aufgewühlten Debatte soll Oppositionsführer Jeremy Corbyn nun die Premierministerin beleidigt haben.

REUTERS

Bei der letzten Fragestunde vor den Weihnachtsferien kam es im britischen Unterhaus zu tumultartigen Szenen. Mitglieder der konservativen Regierungsfraktion haben Oppositionschef Jeremy Corbyn beschuldigt, Premierministerin Theresa May während der Sitzung als "dumme Frau" bezeichnet zu haben.

Parlamentssprecher John Bercow weigerte sich, Corbyn zu ermahnen, weil er die angebliche Beleidigung nicht gehört hatte. Bercow wurde daraufhin selbst zum Ziel der wütenden Proteste und hatte sichtlich Mühe, Ruhe und Ordnung im Parlament herzustellen.

Corbyn sagte kurz darauf im Unterhaus: "Ich habe die Premierministerin nicht 'dumme Frau' genannt und auch niemanden sonst." Er lehne jegliche Form von sexistischen oder frauenfeindlicher Sprache ab. Die konservative Abgeordnete Andrea Leadsom sagte daraufhin laut BBC: "Das Land und dieses Haus werden ihre eigenen Schlüsse ziehen."

Theresa May
AFP

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Auch ein Sprecher Corbyns hatte die Forderungen nach einer Entschuldigung zuvor abgelehnt. Begründung: Der Labour-Chef habe nicht "dumme Frau" sondern "dumme Leute" gesagt - und sich dabei auf die Abgeordneten allgemein bezogen, nicht auf May persönlich.

May reagierte auf Corbyns Aussagen nur indirekt. Die Premierministerin sagte, jeder im Parlament sollte Frauen ermutigen, sich an der Politik zu beteiligen und das auch durch eine korrekte Sprache reflektieren - insbesondere im "hundertsten Jahr des Frauenwahlrechts".

apr/dpa/AFP



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