Aufteilen von EU-Institutionen Berlin und Athen schmieden Bündnis im Brexit-Poker

Überraschende Allianz in den Brexit-Gesprächen: Die Regierungen von Deutschland und Griechenland unterstützen sich nach SPIEGEL-Informationen bei der Übernahme britischer EU-Institutionen.
Angela Merkel, Alexis Tsipras

Angela Merkel, Alexis Tsipras

Foto: Michele Tantussi/ Getty Images

Deutschland und Griechenland kooperieren dabei, britische EU-Institutionen zu übernehmen. Um sich Behörden zu sichern, die wegen des Brexits umziehen müssen, haben die Regierungen von Angela Merkel und Alexis Tsipras nach SPIEGEL-Informationen eine ungewöhnliche Allianz geschlossen: Die Griechen unterstützen den deutschen Wunsch, die europäische Bankenaufsicht EBA in Frankfurt am Main anzusiedeln. (Diese Meldung stammt aus dem SPIEGEL. Den neuen SPIEGEL finden Sie hier.)

Im Gegenzug sprechen sich die Deutschen dafür aus, dass die Arzneimittelbehörde EMA nach Athen wechselt. In der kommenden Woche wollen die Mitgliedstaaten der EU in Brüssel über den Umzug der Institutionen entscheiden.

Die britischen Wähler hatten im Juni 2016 mit einer knappen Mehrheit für den Austritt des Landes aus der Europäischen Union gestimmt. Nach dem Antrag auf Verlassen der EU im März endet die Mitgliedschaft der Briten eigentlich im März 2019, allerdings wird es voraussichtlich eine Übergangsphase geben.

Das Bündnis Berlin-Athen gilt als spektakulär, weil beide Länder in der Griechenland-Rettung lange Zeit über Kreuz lagen. Um den Deal in die Wege zu leiten, schickte das Bundesfinanzministerium, das in Athen wegen seines Sparkurses in der Eurokrise regelrecht verhasst ist, das Auswärtige Amt vor - mit dem Auftrag, das gemeinsame Vorgehen zu sondieren. Der diplomatische Umweg hatte Erfolg.

rei
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