Brexit-Folgen EU-Finanzkommissar Jonathan Hill legt Amt nieder

Nach dem Brexit-Votum seiner Landsleute hat der britische EU-Finanzkommissar Jonathan Hill seinen Rücktritt angekündigt.
EU-Finanzkommissar Jonathan Hill

EU-Finanzkommissar Jonathan Hill

Foto: Geert Vanden Wijngaert/ AP

Die Briten haben für den Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union gestimmt. Jetzt hat der britische EU-Finanzkommissar Jonathan Hill seinen Rücktritt angekündigt. Dies wurde am Samstag bekannt.

Er könne sein Amt nicht weiter bekleiden, "als sei nichts geschehen", sagte Hill. Gleichzeitig solle es aber eine ordentliche Übergabe geben, daher habe er versprochen, dem Präsidenten der Europäischen Kommission, Jean-Claude Juncker, in den kommenden Wochen zur Verfügung zu stehen.

Juncker bedauerte den Rücktritt Hills. Er habe Vertrauen in den britischen Kommissar gesetzt. "Zu meinem Bedauern ändert sich die Situation jetzt." Hills Aufgaben würden nun an den lettischen EU-Kommissar und Vizepräsident der Kommission, Valdis Dombrovskis, übergeben.

Die Briten hatten am Donnerstag mit knapper Mehrheit für den Austritt ihres Landes aus der Europäischen Union gestimmt. Hill erklärte, die Entscheidung habe ihn sehr enttäuscht. "Ich hätte mir einen anderen Ausgang gewünscht." Doch die britische Bevölkerung habe anders entschieden, so funktioniere Demokratie nun einmal: "Was geschehen ist, lässt sich nicht mehr ungeschehen machen."

Das frühere Mitglied des House of Lords arbeitete seit 2014 für die EU-Kommission. Er sei ursprünglich als EU-Skeptiker nach Brüssel gekommen, erklärte er, doch habe sich seine Ansicht im Laufe der Zeit geändert. Er gehe in der Überzeugung, dass, "trotz aller Frustrationen", die Zugehörigkeit zur EU gut für die Stellung Großbritanniens in der Welt und gut für seine Wirtschaft gewesen sei.

Der 55-jährige Konservative folgt mit seinem Rücktritt dem Beispiel von Premier David Cameron, der bereits angekündigt hat, zum Oktober sein Amt niederzulegen.

Solange Großbritannien noch Mitglied der EU ist, behält es seinen Sitz in der Kommission. Deshalb hat Cameron oder sein Nachfolger das Recht, einen neuen Kommissar zu nominieren.

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ala/dpa/AP