Kandidat für May-Nachfolge Premier-Anwärter Gove gibt Kokain-Konsum zu

"Ich war ein junger Journalist. Es war ein Fehler": Michael Gove, aussichtsreicher Kandidat für die May-Nachfolge als britischer Premier, hat eingeräumt, ein Drogenproblem gehabt zu haben. Unter den Tory-Bewerbern ist er damit nicht allein.

Der britische Umweltminister Michael Gove während einer medienwirksamen Joggingrunde
ANDY RAIN/EPA-EFE/REX

Der britische Umweltminister Michael Gove während einer medienwirksamen Joggingrunde


Ist das eine Flucht nach vorn? Der britische Umweltminister Michael Gove - derzeit auch ein Kandidat für die Nachfolge der scheidenden Premierministerin Theresa May - hat eingeräumt, früher mehrfach Kokain genommen zu haben. Er habe die Droge vor mehr als 20 Jahren "bei verschiedenen Gelegenheiten" genommen. Er bedauere dies sehr, sagte der 51-Jährige der Zeitung "Daily Mail".

"Zu der Zeit war ich ein junger Journalist. Es war ein Fehler", sagte Gove. Er gehe aber davon aus, dass ihn das nicht für seine Bewerbung disqualifiziere.

Gove gilt als durchaus aussichtsreicher Kandidat für Mays Nachfolge. Die größten Chancen werden allerdings dem früheren Außenminister und Brexit-Hardliner Boris Johnson eingeräumt. Bislang haben elf Politiker ihr Interesse an dem Posten als Chef der Konservativen Partei und damit auch als Regierungschef bekundet. Die offizielle Bewerbungsfrist für die Kandidaten endet am Pfingstmontag.

Zuvor hatte sich bereits ein weiterer Politiker aus dem Tory-Kandidatenfeld dafür entschuldigt, Opium während einer Hochzeit im Iran geraucht zu haben. "Da war ein sehr dummer Fehler vor 15 Jahren", sagte Rory Stewart. Der Intellektuelle Stewart, der auch Schriftsteller ist und lange im Ausland gearbeitet hat, dürfte im Rennen um Mays Nachfolge jedoch ohnehin nur Außenseiterchancen haben.

May war es nicht gelungen, das Parlament und ihre zerstrittenen Konservativen beim Thema EU-Austritt zu versöhnen. Am Freitag hatte sie die Führung ihrer Konservativen Partei schließlich abgegeben. Sie wird bis Ende Juli auch als Regierungschefin ersetzt. Da sehr EU-kritische Nachfolgekandidaten wie Johnson in den Startlöchern stehen, wächst neue Furcht vor einem Chaos-Brexit Ende Oktober.

beb/dpa



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