Königsfamilie Prinz William äußert sich indirekt zum Brexit

Eigentlich vermeidet die britische Königsfamilie politische Kommentare. Doch wie zuletzt schon Königin Elizabeth II. hat nun auch Prinz William für Einigkeit geworben.

Herzogin Kate und Prinz William
AFP

Herzogin Kate und Prinz William


Fast zeitgleich mit einer Brexit-Abstimmungsrunde im Londoner Parlament hat Prinz William die Menschen in Nordirland "zum Zusammenhalt in schwierigen Zeiten" aufgerufen. Britische Medien werteten seine Worte als Anspielung auf den geplanten EU-Austritt.

William war gemeinsam mit seiner Frau Kate zu einem unangekündigten Besuch in Belfast eingetroffen. Die Königsfamilie kommentiert normalerweise keine politischen Geschehnisse.

Bereits die Weihnachtsansprache von Königin Elizabeth II. hatte für Aufsehen in Großbritannien gesorgt, weil sie Passagen enthielt, die Kommentatoren als Stellungnahme zur Trennung von der EU werteten. Sie hatte zu mehr Respekt trotz unterschiedlicher Standpunkte aufgerufen. Das Parlament ist heillos zerstritten in Sachen Brexit.

Premierministerin Theresa May bleiben nach der Abstimmungsrunde nur noch knapp zwei Wochen Zeit, um doch noch eine Mehrheit für den EU-Austrittsvertrag zusammenzubekommen.

Hauptstreitpunkt ist eine Garantieklausel (Backstop) für eine offene Grenze zwischen Nordirland und dem EU-Mitglied Irland. Die Regelung sieht vor, dass Großbritannien so lange als Ganzes Teil der Zollunion bleibt, bis eine bessere Lösung gefunden ist. Kritiker fürchten, Großbritannien könne so dauerhaft eng an die EU gebunden bleiben.

asa/dpa



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